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Kroatien & Bosnien-Herzegowina,
via Österreich und Slowenien

4. August - 9. August 2009

 

Als ich diese Töff-Tour unternahm, hatte ich noch keine Webseite. Die nicht gemachten Reisenotizen, die nicht mehr vorhandene Routenbeschreibung, sowie die Tatsache, dass ich diese Seite erst nach rund 10 Jahren, Anfang 2019, in Angriff nehme, (über)fordern mein Gedächtnis. Aber an meinen Sturz in Bosnien-Herzegowina, somewhere in nowhere auf dem Weg nach Banja Luka, erinnere ich mich noch gut ...

 

Dienstag, 4. August 2009

Für den Abend habe ich Plätze für meine Kawa und mich im ÖBB-Nachtzug von Feldkirch nach Villach gebucht, deshalb starte ich die Tour erst am Nachmittag.

Cham Cham

Bye bye Silvia

Cham

 

Österreich Österreich

 

Feldkirch-Villach Feldkirch-VillachFeldkirch-Villach Feldkirch-Villach

Nachdem meine Kawa sicher an ihrem Platz festgezurrt worden ist, kann es losgehen.

Feldkirch-Villach

In meinem 4er-Abteil sind zwei Motorradfahrer. Während unserem Gespräch kommen wir auch auf die neue Art der Routenplanung zu sprechen. Die beiden sind begeisterte Navi-Benutzer - es sollte meine letzte Reise nur mit Karte und Routenskizzen sein ...

 

Mittwoch, 5. August 2009

Am Morgen nach der Ankunft in Villach fahre ich auf die Autobahn Richtung Slowenien. Eigentlich sollte ich dafür ein Pickerl lösen, aber ich interpretiere die Mautgebühr für den Karawankentunnel so, dass auch die kurze Autobahnbenützung inkludiert ist ...

 

Slowenien Slowenien

"Slowenien, offiziell Republik Slowenien, ist ein demokratischer Staat in Europa, der an Italien, Österreich, Ungarn und an Kroatien grenzt. Hauptstadt und zugleich grösste Stadt des Landes ist das zentral gelegene Ljubljana. Seit 2004 ist Slowenien Mitglied der EU und der NATO. Im Jahr 2007 trat Slowenien der Eurozone bei. Das Land ist eine demokratisch verfasste parlamentarische Republik."

... schön artig löse ich aber die für die Autobahnbenützung der Republik Slowenien notwendige Vignette und klebe sie hinten an die Nummer, wo schon die Schweizerische ihren Platz hat. Gut so; denn die Grenzbeamten fragen danach! Sie sind jedoch nicht glücklich über den von mir gewählten Ort. Irgendwie, verstehe ich, möchten sie die Vignette vorne sehen. Nach einigen guten Argumenten meinerseits über das Unmögliche lassen sie mich weiter fahren.

Slowenien

Da ich so schnell als möglich zur kroatischen Küste will, bleibe ich auf der Autobahn. Via Ljubljana erreiche ich Kroatien.

 

Kroatien Kroatien

"Kroatien, amtlich Republik Kroatien, ist ein Staat in der Übergangszone zwischen Mittel- und Südosteuropa. Kroatien ist Mitglied der Europäischen Union, der NATO, der Welthandelsorganisation, der OSZE und der Vereinten Nationen. Entsprechend dem Index der menschlichen Entwicklung zählt Kroatien zu den sehr hoch entwickelten Staaten."

Nachdem über einen Hügelzug gefahren bin, ist in der Ferne das Meer zu sehen; es ist merklich wärmer geworden. In der Nähe der Küste verlasse ich die Autobahn und fahre gemütlich der Küste entlang. In Vodice entscheide ich mich, zu bleiben. Am Strand herrscht Sommer-Ferien-Feeling, aber noch nicht für mich in der Töff-Montur.

Vodice VodiceVodice

Ich suche mir ein Hotel und buche beim einchecken eine Massage. Nach einer Dusche und der Erholung durch die massierenden Hände, mache ich mich auf, um den Ort zu erkunden.

Vodice VodiceVodice Vodice VodiceVodice

Ich staune nicht schlecht, als ich eine andere schwarze Kawasaki VN entdecke, und erst noch mit einer ZG-Nummer!

Kawasaki Kawasaki

Blick von meinem Hotelzimmerbalkon.

Vodice Vodice

 

Donnerstag, 6. August 2009

Es sollte nicht mein Tag werden ...

Trotz den Kolonnen bei den Tankstellen gliedere ich mich auch ein. Warten. Motor starten und ein paar Meter vorwärtsfahren. Warten. Kawa nach vorne schieben. Warten. Bei all dem vergesse ich, dass das Licht am Töff an ist ...

Kroatien Kroatien KroatienIrgend einmal ist es fertig mit Motor starten. So schiebe ich die Kawa zuerst zur Zapfsäule und nach dem Tanken auf den Parkplatz. Ich erkundige mich, wo es eine Motorradgarage gibt. Zu meinem Glück liegt eine nicht sehr weit und es geht zudem nicht aufwärts.

Kroatien

Nachdem wir den versteckten Kabelzug für das Entfernen des Sattels endlich gefunden haben, wird die Batterie ausgebaut und am Strom angehängt. Warten.

Kroatien Kroatien

Endlich hat die Batterie wieder genug "Pfuus", wird eingebaut und meine Reise kann weitergehen. Ich verlasse die Küstenstrasse und fahre Richtung Grenze zu Bosnien.

 

Bosnien-Herzegowina Bosnien-Herzegowina

"Bosnien und Herzegowina, auch Bosnien-Herzegowina oder verkürzt Bosnien genannt, ist ein südosteuropäischer Bundesstaat. Er besteht geografisch aus der Region Bosnien im Norden, die rund 80 Prozent des Staatsgebiets einnimmt, und der kleineren Region Herzegowina im Süden."

Als erstes fällt mir auf, dass ich die meisten Strassenschilder nicht mehr lesen kann, sind sie doch in kyrillischer Schrift geschrieben. Ich fahre durch kleine Dörfer, die vor allem durch die Landwirtschaft geprägt sind. Viele zerfallene Häuser aus dem Bosnienkrieg (Krieg in Bosnien und Herzegowina von 1992 bis 1995 im Rahmen der Jugoslawienkriege) sind immer noch zu sehen, oder solche mit Einschusslöchern. Die Strassen sind zum Teil in schlechtem Zustand, weisen Löcher auf, und sind mit Steinen und Schmutz belegt. Ich fahre nicht schnell. Und trotzdem passiert es: nach einer Linkskurve, komme ich ins rutschen, stürze und komme neben der Strasse zum Stillstand. Ich stehe auf und versuche, die Kawa aufzustellen. Hoffnungslos, zu schwer. Mit dem Helm auf dem Kopf (Smiley) versuche ich ein Auto zum Halten zu bewegen; vergebens. Ich ziehe den Helm ab und versuche es nochmals. Ein paar Auto später klappt es. Ein Mann und eine Frau helfen mir, den Töff aufzustellen. Ich versuche, den Motor zu starten; vergebens.

Bosnien-Herzegowina

Ich suche den abgefallenen Rucksack, hebe ihn auf, und mache mich auf, zu Fuss Richtung zum Pass zurückzulaufen, wo ich vorhin ein Restaurant gesehen habe. Als ich das Restaurtant betrete, ist es recht gut gefüllt. Alle Augen richten sich zu mir. Ich frage auf Deutsch und Englisch nach Hilfe. Keine Antwort, nur starrende Augen. Ich realisiere, dass mich keiner versteht und ich deren Sprache auch nicht kann (Smiley). Da meldet sich plötzlich doch eine Frau, sie spricht deutsch. Sie fragt mich, was passiert sein. Ich erkläre es ihr und sie übersetzt es den anderen. Da steht ein junger Mann in einer Militärhose auf und fragt, via die Frau, nach dem Schlüssel. Er und seine Kollegen würden mal nachschauen gehen. Nur schauen? (Smiley). Mein Motor beginnt wieder normal zu arbeiten/denken. Ich lehne dankend ab. Stattdessen rufe ich mit meinem Telefon (Handy sei dank) die Assistance meiner Versicherung an. Der lokale Agent in Bosnien werde mich zurückrufen. Ich bestelle etwas zum Trinken und warte. Das Telefon klingelt. "Where are you exactly?" werde ich als erstes gefragt. Gute Frage, ich habe keine Ahnung. Ich schaue mich im zwischenzeitlich leerer gewordenen Restaurant nach der deutsch sprechenden Frau um und übergebe ihr das Telefon. Hilfe werde aufgeboten, aber es würde dauern, werde ich informiert. Als sich die Frau auch zum gehen aufmacht, bedanke ich mich nochmals bei ihr. Sie rät mir, hier nicht zu lange zu bleiben, vor allem nicht wenn es dunkel wird, mann wisse nie (Smiley) ... Irgendeinmal meldet sich ein Pannenfahrzeugfahrer. Wir fahren runter zur Sturzstelle. Die Polizei werde kommen, lässt er mich verstehen, wir müssen auf diese Warten.

Bosnien-Herzegowina

Bosnien-Herzegowina Bosnien-Herzegowina

Als diese kommt, wird vermessen, abgeschritten, fotografiert und ich muss zum ersten Mal in meinem Leben in ein Atemalkoholmessgerät blasen. Die beiden Polizisten sprechen weder Englisch noch Deutsch. Der Fahrer erklärt mir, dass wir nun in die Stadt und dort auf den Polizeiposten fahren müssen (Smiley) .

Bosnien-Herzegowina

Wir verladen meine Kawasaki auf den Abschleppwaren und dann gehts mit mulmigem Gefühl los.

Bosnien-Herzegowina Bosnien-Herzegowina Bosnien-Herzegowina

Nach einer gefühlten Ewigkeit kommen wir beim Polizeiposten an. Ich werde in ein Büro geführt. Ein organisierter Dolmetscher erklärt mir, dass es eine Anzeige und Busse gebe. Wenn ich das nicht akzeptiere, könne ich vor Gericht gehen; aber das daure ein paar Tage. Ich frage nach der Höhe der Busse. Die Polizisten sprechen miteinander und rechnen lange mit einem Taschenrechner. Endlich wird mir mitgeteilt, dass die Busse ungefähr 13.50 Euro betrage. Ich akzpetiere sofort und bezahle (gerne) 15 EUR (Smiley).

Anschliessend fährt der Abschleppwagenfahrer in eine Garage, wo wir die Kawa abgeben. Ich könne morgen Vormittag in der Garage vorbeigehen, werde ich informiert. Danach werde ich zu einem Hotel gefahren. Das Hotel hat nichts zu essen und nur eine Flasche warmen Weisswein.

Es war wirklich nicht mein Tag.

 

Freitag, 7. August 2009

Frühstück, alleine im grossen, unpersönlichen Speisesaal.

Bosnien Bosnien

Danach verlasse ich mein Hotel und laufe, sommerlich bekleidet, durchs Dorf zur Garage.

Bosnien BosnienBosnien Bosnien

In der Garage wird noch ein meiner Kawasaki gearbeitet, aber es sieht gut aus für die Weiterfahrt.

Bosnien

Nach einem Kaffee in einem nahen Café fahre ich in kurzen Hosen, Flip-Flop und ohne Helm die kurze Strecke zum Hotel zurück. Umziehen, packen und auschecken und die Fahrt geht, total unmotiviert, weiter. Ich entschliesse mich, über Banja Luka und danach auf der Autobahn nach Villach zu fahren. Meine Stimmung wird nicht besser, als es, kaum auf der Autobahn, zu regnen beginnt. Aber später, irgendwo in Slowenien, folge ich spontan einem Wegweiser zu einem Hotel, welches schön an einem See gelegen ist.

Slowenien Slowenien

Nach einer Dusche und einem Laško, einem slowenisches Bier der Brauerei Pivovarna Laško, unternehme ich einen Spaziergang.

Slowenien Slowenien

Diesmal gehe ich wieder mit einem guten Gefühl ins Bett.

Slowenien

 

Samstag, 8. August 2009

Der Tag beginnt, wie ein guter Tag beginnen soll.

Slowenien

Nach dem Frühstück fahre ich gemütlich nach Villach, wo es am Abend mit dem Nachtzug weitergeht. Am nächsten Morgen fahre ich von Feldkirch via das Appenzellerland zurück nach Cham.

Erstmals hat ein Ereignis nicht nur meine Lust am Töfffahren vorübergehend ins Wanken gebracht, sondern mich auch meine geplante Route abkürzen lassen.

 

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