
Alaska/USA
&
Yukon/Kanada 
Seit einigen Jahre habe ich Alaska, den 49. Bundesstaat der Vereinigten Staaten, auf meinem Reiseradar. Jährlich schaute ich immer wieder die ausgeschriebenen Motorradtouren durch Alaska & Yukon an. Wegen preislichen Überlegungen, eine solche Tour, noch dazu in einem Einzelzimmer, ist nicht günstig, blieb es bisher beim virtuellen Fahren durch die schöne und wilde Natur Alaskas und den geschichtlichen Abstechern in die Goldgräberzeiten in Yukon, dem Territorium im äussersten Nordwesten Kanadas.
Wegen meiner Motorrad Tour 2019 durch den Iran, ist es für mich nicht (mehr) möglich, mit einem ESTA-Visum (Electronic System for Travel Authoriziation) vom U.S. Department of Homeland Security in die USA einzureisen. Um zu sehen, dass das wirklich so stimmt, fülle ich im Januar 2022 das ESTA-Formular trotzdem aus. Die entsprechende Frage bei der Achse des Bösen-Ländern, beantworte ich wahrheitsgemäss. Am Schluss der Eingaben, also nach der Bezahlung, wird das Gesuch abgelehnt und beinahe zeitgleich die Gebühr wieder gutgeschrieben.
"Es gelten Beschränkungen für jene, die nach dem 1. März 2011 die Länder Syrien, Irak, Iran, Sudan, Libyen, Jemen oder Somalia bereist haben."
Alternativ bleibt die Visa Beschaffung bei einer US-Botschaft, welche aber wesentlich komplizierter und aufwändiger ist (Zeit und Geld). Das war auch mit ein Grund, die Tour nicht umzusetzen; zudem gab es immer genügend interessante Alternativen. Da meine Lebensuhr, gefühlt, immer wie schneller Richtung Alter tickt und mir deshalb nicht mehr unbegrenzt Töff-Ferien zur Verfügung stehen, treffe ich im Sommer letzten Jahres die Entscheidung. Ich will den Visa-Marathon angehen und bei positivem Ausgang, die Tour im 2025 machen.

"Motorradreise Alaska und Yukon: Erlebe eine unvergleichliche Motorradtour in Alaska und Kanada - einsamer, spektakulärer und mit einer Geschichte voller Abenteuer. Schon die geografische Einordnung lässt einiges erwarten: Alaska ist der nördlichste und der westlichste Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika sowie die grösste Exklave der Erde. Teile Alaskas sind gleichzeitig auch die geographisch östlichsten Gebiete der USA. Nicht ohne Grund trägt der 49. Staat der USA den Beinamen Last Frontier ("Letzte Grenze"). Hier einzutauchen heisst, in eine andere Welt zu reisen, einsamer, spektakulärer und mit einer Geschichte voller Abenteuer."
Im Sommer 2024 frage ich den ins Auge gefassten Anbieter an, ob die Tour im 2025 stattfinden wird. Der deutsche Tour Operateur schreibt mir, dass momentan Anfragen/Reservierungen für die Zimmer-Kontingente in den Hotels laufen. Es werde erfahrungsgemäss noch etwas dauern, bis alle Unterkünfte rückbestätigt sind und die Tour offiziell zur Buchung ausgeschrieben wird.
Im Oktober 2024 erhalte ich eine e-Mail, dass es eine Weile gedauert habe, bis die Hotelreservierungen in Alaska für die Tour abgeschlossen werden konnten. "Wir mussten mit den Partnern noch etwas verhandeln und den geplanten Termin letztendlich um eine Woche nach hinten schieben, um die gewünschten Unterkünfte zu bekommen", werde ich informiert. Ich antworte, dass ich nicht buchen könne, bevor ich das Visa habe, und das Visa will ich nicht beantragen ohne eine garantierte Teilnahmemöglichkeit zu haben, deshalb bitte ich, mir einen Platz mit Einzelzimmer auf der Tour freizuhalten. Das wird mir so bestätigt und im November erhalte ich mit einer weiteren e-Mail die Information, dass die Mindestzahl erreicht worden ist, die Tour also garantiert stattfinden wird. Das ist der Startzeitpunkt, wo ich das USA-Formular DS-160 ausfülle und einreiche. Später erhalte ich eine Terminbestätigung für den 27. Januar 2025, um 9:30 Uhr, in der US Botschaft in Bern.

Um 09:15 Uhr reihe ich mich im Regen in die Kolonne der Wartenden ein. Irgendeinmal stehe ich vor dem Schalter, der vom Gebäudeinnern her bedient ist. Dem Mitarbeiter schiebe ich meinen Pass und die erhaltenen Unterlagen hin durch den Schlitz im Glas. Der QR Code von meinen Unterlagen wird erfasst und eine Etikette auf meinen Pass geklebt. Danach stelle ich mich wieder in die Reihe, die bei einem US-Sicherheitsmann endet. Dieser erklärt allen Anstehenden jeweils persönlich, was alles in die Box gelegt werden muss. Hier trifft von rechts die Kolonne der wartenden US-Bürger auf meine Kolonne. Da die US-Bürger Vorrang haben, verzögert sich das Prozedere bei mir. Irgendeinmal liegen all meine Unterlagen, der Gürtel, das Handy, die Schlüssel, in der Box und ich kann mit dieser in den Händen, die Abschrankung passieren und in das Gebäude eintreten. Drinnen wird mir erklärt, dass ich nun die Box auf das Förderband legen soll, wo es dann durchleuchtet wird, während ich durch den Sicherheitsbogen gehe. Alles wie in den Flughäfen; auch die wegen meinen beiden künstlichen Hüftgelenken ausgelösten Pieptöne. Danach kann ich all meine Sachen nehmen. All das hat gut 45 Minuten gedauert.
Nun gehts wieder nach Draussen und danach, einen Stock tiefer, wieder in das Gebäude hinein. Ein Security weist mir den Weg in einen Korridor. Kurz darauf stehe ich vor dem ersten Schalter und muss ein paar Fragen zu meiner Person beantworten. Die sehr freundliche Mitarbeiterin verweist mich dann zu einem der nächsten Schalter, wo Fingerabdrücke aller Finger gemacht werden. Danach gehts zum dritten Schalter, wo die eigentlichen Abklärungsfragen gestellt werden.
Er: Wo werden Sie Urlaub in den UAS machen? Ich: In Alaska und Yukon, Kanada, eine Motorradtour. Er: Sie waren im Iran? Ich: Ja. Er: Warum? Ich: Motorradtour. Ich war auch schon früher, 1974, im Iran, auf dem Weg nach Indien. Er: Sie fuhren mit dem Motorrad nach Indien? Ich: Nein, mit einem Bus.
Während diesem Gespräch schreibt der Mitarbeitende auf der Tastatur. Danach legt er meinen Pass in ein Fach und übergibt mir einen Zettel mit einem QR-Code. Da könne ich den Status meines Passes verfolgen, der mir in den nächsten Tagen zugestellt wird. Der Aufwand für die drei Schalter betrug gut 5 Minuten.
Via Kurierdienst erhalten ich zwei Tage später meinen Pass mit eingeklebtem United States of America Visa, welches 10 Jahre gültig ist.
Seit ein paar Tagen habe ich damit begonnen, in meinem Pack-Zimmer die angedachten Kleider und Ausrüstungsgegenstände bereitzulegen und -hängen. Am Vorabend des Abreisetages ist die Tasche fertig gepackt und - aus Platzgründen - einiges wieder zurück in die Kleiderschränke gelegt.
Von der Fluggesellschaft Condor erhalte ich eine e-Mail mit der Aufforderung, um den letzten verfügbaren Business-Platz mitzubieten.

Ein gewohntes Bild, den die meisten meiner Reisen beginnen hier, am Bahnhof in Cham, beim Warten auf die S-Bahn, mit der ich jeweils die erste Distanz in die weite Welt zurücklege.

In Frankfurt habe ich ein paar Stunden Aufenthalt, bei dem ich auch ein Mittagessen zu mir nehme, bevor ich zum Gate B46 gehe, wo ich gespannt nach anderen Helmträgern Ausschau halte ...

A, CH, D & NL: Alle Teilnehmenden treffen ein: Reindert (Rein) aus den Niederlande, unser Guide und Pick-up-Fahrer, Gunther, Helmut und Ingo, die drei Freunde aus dem Raum Bonn, Jochen aus der Gegend von Frankfurt, Lars aus Bayern und aus der Nähe von Wien, Stefan und seine Beifahrerin Carina, sowie Ueli aus der Schweiz.

Beim Bieten werden später Mitbieter aktiv, welche den Preis ein paar Mal um 5 Euro anheben, was ich auch mache. Ein paar Sekunden vor Ablauf der Zeit erhöhe ich um +50 Euro und ... ich bekomme den Platz.


Nebst den angenehmen Platzverhältnissen ist das Menü-Angebot sehr verlockend. Ich begnüge mich hier mit der Aufzählung der Vorspeisen: Romanasalat mit Hähnchenfilet, Parmesan und Caesar Dressing, Frischkäse-Chili-Dip, Zitronengras-Garnele mit Karotten-Delice, grüner Spargel und Yuzu-Mayonnaise, Italienische Burrata mit Tomate, grünes Pesto und Basilikum.


Abflug um 15:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit (UTC+2) in Frankfurt und Ankunft um 15:10 Uhr Alaska Daylight Time (UTC−8) in Anchorage. Dank der Zeitdifferenz von 10 Stunden scheint die Flugdauer von rund 9 3/4 h optisch wie nicht erlebt, jedoch ist es für den Körper bereits 01:10 Uhr.
Die Sonne scheint, als wir landen, und es ist warm. Der wärmste Monat in Alaska ist Juli mit durchschnittlichen Tagestemperaturen von 13 ° Celsius oder rund 55 Grad Fahrenheit, der Masseinheit für Temperaturen hier in Amerika.


Meine Bedenken wegen dem Einreisen waren absolut unbegründet. Der Grenzbeamte stellt nur ein paar Fragen, aber nicht, wieso ich nicht mit dem ESTA eingereist sei. Wie lange ich in Alaska bleibe, interessiert ihn. Nun bin ich zum dritten Mal in den USA, diesmal in Alaska, dem 49. Bundesstaat.

"Alaska ist der flächenmässig grösste und mit Abstand am dünnsten besiedelter Bundesstaat der Vereinigten
Staaten von Amerika. Er befindet sich im äussersten Nordwesten Nordamerikas am Übergang zwischen arktischer und borealer Zone (in Amerika Subarktis genannt) und ist neben Hawaii einer der beiden US-Bundesstaaten, die nicht mit den anderen Bundesstaaten zusammenhängen. Stattdessen grenzt er im Osten an das kanadische Territorium Yukon und die Provinz British Columbia. Im Westen grenzt er über die Beringstraße an den Autonomen Kreis der Tschuktschen in Russland. Im Norden liegen die Tschuktschen- und die Beaufortsee des Arktischen Ozeans, im Süden der Pazifische Ozean. Technisch gesehen handelt es sich um eine Semiexklave der USA und um die grösste Exklave der Welt."

"Anchorage (engl. „Ankerplatz“) ist eine Stadt an der Bucht des Cook Inlet im US-Bundesstaat Alaska. Mit 291'247 Einwohnern (laut der letzten Volkszählung 2020) ist Anchorage die mit Abstand grösste Stadt Alaskas sowie dessen wichtigstes Industriezentrum. Die Bevölkerungszahl von Anchorage ist fast zehnmal so gross wie die der zweitgrössten Stadt Alaskas, Fairbanks."

Schöne Rücken können auch entzücken ...
Rein macht sich schlau, wo der Hotel-Shuttle-Bus auf uns wartet. Kurz darauf fährt dieser vor. Vor dem Einsteigen informiert uns Rein über die Gepflogenheiten des Trinkgeldgebens in den USA, so zum Beispiel beim Koffer tragen.

Der Empfangsbereich beim Hotel Coast Inn at Lake Hood, mit Totempfählen gefällt mir.
"Ein Wappenpfahl, auch Gedenkpfahl, populär zumeist als Totempfahl bezeichnet, ist eine monumentale Skulptur mit übereinander angeordneten Figuren, die aus einem grossen Baumstamm geschnitzt und anschliessend bemalt wird."

Das Restaurant des Hotels ist das Pipers, wo wir uns treffen wollen.

Schock dann beim anschliessenden Einchecken ...

... Bring your own bear spray:
ich habe keinen Bärenspray im Gepäck.

Unser Hotel liegt direkt beim Lake Hood, einem künstlichen See in der Nähe vom Flughafen. Bevor ich mich zu den anderen auf der Restaurant Terrasse hinsetze, schaue ich mich in der näheren Umgebung um.
"Mit über 400 Anlegeplätzen für Wasserflugzeuge und nahezu 700 Abstellplätzen an Land ist die Lake Hood Seaplane Base in Anchorage der grösste Wasserflugplatz der Welt. Besonders im Sommer und Herbst ist der Betrieb sehr intensiv. Ein Grossteil der Anlage direkt am Anchorage International Airport ist öffentlich zugänglich. Ein Paradies für Wasserfliegerfans. Im Sommer starten hier täglich bis zu 800 Wasserflugzeuge. Damit ist er nicht nur der grösste Wasserflughafen in Alaska und den USA, sondern sogar weltweit."
Zum Teil machen die startenden Wasserflugzeuge einen Höllenlärm.





Oldtimer Treffen beim Restaurant.

Später treffen wir uns alle an der Sonne auf der Terrasse vom Restaurant, welches einige Biere zur 
Auswahl hat. Ich entscheide mich für ein Coors Light. Zum Essen bestelle ich Muscheln mit Pommes und ein Glas Rotwein.
"Coors Light ist ein leichtes amerikanisches Lagerbier mit 4,2 % ABV, das von Coors aus Chicago, Illinois, verkauft wird. Es wurde erstmals 1978 von der Coors Brewing Company hergestellt. Sie hatten 1941 kurzzeitig ein anderes Alkoholarmes Bier mit demselben Namen hergestellt."
Beim Essen verteilt Rein zum ersten Mal seine erstellten Tagesrouten-Zusammenfassungen und erklärt, was uns morgen während dem ersten Fahrtag erwartet. Nebst Strecken-Informationen, der wichtige Hinweis des Auftankens: "Gewöhnt euch daran, während der gesamten Tour immer rechtzeitig zu tanken und euch nicht auf die letzte Tankstelle zu verlassen." Zum Schluss erinnert er uns an die wichtigsten Verkehrsregeln, die bei uns auch gültig sind.
Ab heute müssen wir auf weitere Masseinheiten wechseln. Hier werden die Distanzen nicht in in Kilometer sondern in Meilen angegeben und die Geschwindigkeit in mph (miles per hour) angezeigt.

Auf dem Weg zum Frühstück ein gemütliches Kaminfeuer. Nach der morgendlichen Stärkung - bis 19 USD ist für uns im Übernachtungspreis enthalten - gehe ich zurück ins Zimmer. Zähneputzen und packen. Meine Helmtasche kann ich hier im Hotel zurücklassen, da wir am letzten Fahrtag nochmals hier übernachten werden.
Um 08:30 Uhr treffen wir uns vor dem Hotel. Rein ist bereits mit seinem Ford Super Duty F-350 vorgefahren.

"Der Ford Super Duty (auch bekannt als Ford F-Series Super Duty) ist eine Serie von schweren Pick-up-Trucks, die seit dem Modelljahr 1999 von der Ford Motor Company produziert werden. Die Super Duty Trucks, die über dem verbraucherorientierten Ford F-150 angesiedelt sind, sind eine Erweiterung der Ford F-Serie, vom F-250 bis zum F-600."

V.l.n.r.: Carina, Stefan, Gunther, Ingo, Jochen, Helmut und Lars, es fehlen Rein und Ueli.

Nun geht es darum, all unser Gepäck in die Doppelkabine (Crew Cab) des Schwerlast-Pick-up zu verstauen, was nicht beim ersten Mal gelingt. Die Ladefläche können wir nicht verwenden, weil einerseits noch ein Ersatz-Motorrad aufgeladen wird und andererseits die Fläche nicht abgedeckt werden kann.

Rein organisiert zwei Taxis, mit denen wir um 08:45 Uhr zur Vermietstation von Alaska Motorcyle Adventures, rund 5 Meilen vom Hotel entfernt, fahren.

Ueli, Jochen, Carina und Stefan.

Es ist noch nichts mit Motorradfahren, stattdessen steht ein Briefing an: Die Führerausweise werden eingesammelt, kontrolliert und fotokopiert. Die Kautionen von USD 4'000 pro Fahrer sind für den Schadenfall mit der Kreditkarte zu hinterlegen. Übernahme- und Schadenprotoll sind zu unterschreiben.


Die beiden versuchen, die Route auf mein bestelltes Navi herunterzuladen; leider erfolglos.

Das ist meine BMW F 750 GS, schön sauber herausgeputzt. Die anderen haben gegen Aufpreis alle eine BMW R 1250 GS bestellt; eine neue BMW R 1300 GS steht zur Verfügung, für die sich Helmut meldet.

"Die BMW F 750 GS ist ein Mittelklasse-Motorrad vom Typ Allround-Enduro der Marke BMW. Das Modell wurde im Jahr 2018 als Nachfolger der BMW F 700 GS vorgestellt und ist Teil der BMW GS Familie."

Nachdem alle ihre Motorräder geprüft haben und eine Bedienungsinstruktion erhalten haben, kann es losgehen. Mir wird zudem ein Kettenspray ausgehändigt, welchen ich Rein in die Werkzeugkiste mitgebe. Helmut, da am Besten mit Navi und Tankrucksackmappe ausgerüstet, übernimmt die Führung.
Wir fahren zuerst auf dem Glenn Highway (Highway 1) aus Anchorage hinaus und wechseln später auf den George Parks Highway (Highway 3), der Hauptverbindung zwischen Anchorage und Fairbanks.

Hier machen wir kurz vor 13 Uhr einen Halt um aufzutanken und etwas zu trinken und essen. Da das Angebot im Kiosk nicht überwältigend ist, fahren wir weiter.

Nächster Versuch: Tanken, eine funktionierende Toilette finden und etwas zum Essen und Trinken bestellen; die ersten typischen US-kulinarische Genüsse für uns.
"Subway ist eine 1965 von Fred DeLuca und Peter Buck gegründete US-amerikanische Franchisekette im Fast-Food-Bereich. Das erste Subway-Restaurant wurde 1965 in Bridgeport im US-Bundesstaat Connecticut unter dem Namen Pete’s Super Submarines eröffnet. Die Produktpalette umfasst in erster Linie Sandwiches, Wraps und Salate. Die Sandwiches werden einzeln auf Bestellung in Sichtweite zubereitet. Seit Ende 2010 ist Subway die Fastfoodkette mit den weltweit meisten Restaurants."

Wir halten beim Denali View South Aussichtspunkt. Werden wir "ihn" sehen? "Der Grosse" ist nur an rund 30 % der Sommertage wolkenfrei.
"Der Denali oder Mount McKinley in Alaska ist mit 6190 Metern Höhe der höchste Berg Nordamerikas. Er ist damit einer der Seven Summits, der jeweils höchsten Berge der sieben Kontinente. „Denali“ ist der traditionelle Name des Berges, ein Wort aus der athapaskischen Sprache des nordamerikanischen Indianerstammes Koyukon, das „der Grosse“ oder „der Hohe“ bedeutet. Unter russischer Souveränität hiess der Berg „Bolschaja Gora“, „grosser Berg“), eine Übersetzung des Wortes Denali. In den späten 1880er und 1890er Jahren wurde der Denali nach einem Goldgräber als Densmore’s Mountain bezeichnet. 1897 verzeichnete der Goldgräber William Dickey den Berg auf seiner Karte als Mount McKinley, nach dem republikanischen Präsidenten William McKinley, der im Vorjahr gewählt worden war und der den Goldstandard unterstützte, sodass die Goldschürfer ihn unterstützten, während die Silberschürfer zum demokratischen Präsidentschaftskandidaten William Jennings Bryan tendiert hatten. Amtlich wurde dieser Name 1917 im Gesetz zur Gründung des Mount-McKinley-Nationalparks (seit 1980 „Denali National Park and Preserve“), das auch den Berg offiziell benannte.
Im Zuge des wachsenden Respekts vor den Traditionen der indianischen Ureinwohner beschloss die Geographie-Behörde des Staates Alaska 1975 die Rückbenennung in Denali. Seitdem verwenden alle Publikationen des Staates diesen Namen. 1980 wurde der Nationalpark im Bundesgesetz Alaska National Interest Lands Conservation Act in Denali-Nationalpark umbenannt. Eine Umbenennung des Berges selbst kam auf Bundesebene zunächst nicht zustande, weil Politiker aus Ohio, der Heimat von William McKinley, die Pläne lange Zeit blockierten.
Am 29. August 2015 änderte das Geographic Names Information System (GNIS) auf Anweisung der Innenministerin Sally Jewell und in Abstimmung mit dem Präsidenten Barack Obama den amtlichen Namen in „Denali“. Das GNIS führt noch über 40 weitere, inoffizielle Namen für den Berg.
Bei seiner zweiten Inauguration am 20. Januar 2025 gab US-Präsident Donald Trump bekannt, den Berg wieder in Mount McKinley umbenennen zu wollen. Am selben Tag wies er per Dekret den Innenminister an, innerhalb 30 Tagen den von 1917 bis 2015 verwendeten Namen wieder einzuführen. Der Senat und das Repräsentantenhaus von Alaska protestierten erfolglos dagegen. Unmittelbare Wirkung hat das Dekret nur für US-Bundesbehörden."

Auch die Fernrohre können die Sicht durch die Wolken nicht klären, so bleibt nur dieses Foto, um zu sehen, was es zu sehen gäbe.


Zweite Chance: 28 Meilen später halten wir beim Denali View North Aussichtspunkt. Kurze Zeit später trifft auch Rein mit seinem Pick-up ein.


Die Sicht ist viel besser, die Berge im Hintergrund sind alle sichtbar.



In unserer Gruppe kommen Zweifel auf, ob dies der Denali sei oder nicht ...

... ich überlasse die Entscheidung anderen. Hier ein Foto vom weissen Schwergewicht Denali aus dem Internet.


In Alaska gibt es in der Regel drei unterschiedliche Sorten von bleifreiem Benzin: Regular (87 Oktan), Mid-Grade (89 Oktan) und Premium (91-94 Oktan). Wenn vorhanden, tanken wir Regular. Eine weitere neue Masseinheit für uns: Die Anzeige der Menge an der Zapfsäule ist in US-Gallonen; eine Gallone entspricht 3,785 Litern.

Später fahren wir auf der schönsten Strecke des George Parks Highways, durch die Alaskakette (Alaska Range) mit
dem 700 Meter hohen Broad Pass. Der Pass bildet eine Wasserscheide: an der Südseite fliesst das Wasser zum Cook Inlet, an der Nordseite in den Yukon River.
Die Alaska Range ist die südliche Hauptkette der Kordilleren in Alaska. Sie bildet einen Bogen von der Alaska-Halbinsel im Südwesten, wo sie bei den Chigmit Mountains in die Alëutenkette übergeht, bis etwa zur Grenze zum kanadischen Territorium Yukon im Osten, wo sie mit den Wrangell Mountains in die zu den nordamerikanischen Coast Mountains gehörende Eliaskette übergeht. Ihre maximale Ausdehnung beträgt rund 800 km. Der Gebirgszug, deren höchster Berg der 6190 m hohe Denali ist, bildet zugleich die kontinentale Wasserscheide zwischen dem Beringmeer im Nordwesten und dem Golf von Alaska im Süden.
Wir erreichen den Eingang zum Denali National Park. Nun gehts noch eine Meile bis zum Hotel, der Holland America Delani Lodge, im kleinen Ort Canyon, der während dem Winter zu ist. Den ganzen Tag hatten wir trockenes Wetter und es war nicht kalt.


Die GS ist gut zu fahren. Da ich eine tiefere Ausführung gewünscht habe, ging dies zu Lasten der Sitzbank, die doch recht hart ist. Ausprobiert habe ich bereits den Tempomaten; sehr angenehm, um damit die Gas-Hand entlasten zu können.

Stau an der Rezeption beim Einchecken. Rein fordert uns auf, sitzend zu warten bis er das Check-in erledigt hat; es gebe noch ein zu lösendes Namensproblem mit der Reservierung.

Unsere Tagesstrecke, welche uns von Anchorage aus nordwärts geführt hat.

Die Anlage ist sehr schön, gross und weitläufig. Die Motorräder parken wir auf dem grossen Parkplatz vor dem Eingang zu Rezeption. Zu Fuss gehen wir mit den Utensilien von den Motorrädern zum Haus Ridge View, wo unsere Zimmer sind. Rein kommt später mit dem Pick-up und bringt unser Gepäck.



Gemeinsam nehmen wir im Karstens Grill das Abendessen ein.
"Der knapp 20'000 km² grosse Denali-Nationalpark, bis 1980 Mount McKinley National Park befindet sich in Zentralalaska (USA). Der Name leitet sich vom indianischen Namen Denali (der Hohe) für den mit 6190 Metern höchsten Berg Nordamerikas ab, um den herum der Nationalpark errichtet wurde.
Der Park wurde am 26. Februar 1917 als Mount McKinley National Park nach dem damaligen Namen des Berges gegründet und am 2. Dezember 1980 durch den Alaska National Interest Lands Conservation Act in Denali National Park umbenannt und um knapp 10.000 km² erweitert. Die Erweiterungsflächen haben den geringeren Schutzstatus einer National Preserve, in ihnen ist die Jagd erlaubt. 1976 wurde das Gebiet zum internationalen Biosphärenreservat ernannt. Der Park wird von der Weltnaturschutzunion in der Kategorie V (Geschützte Landschaft) geführt.
Heute wird der Park jährlich von über 500'000 Menschen besucht und ist für Wildtierbeobachtung, Bergsteigen oder Wandern bekannt. Die Parkstrasse (und damit der Publikumsbetrieb im Park) ist von Mitte Mai bis Mitte September geöffnet."
Heute haben wir bereits einen fahrfreien Tag, der individuell verbracht wird. Für den Nachmittag habe ich mir bereits zuhause einen Platz auf der Tundra Wilderness Tour gebucht. Allerdings könnten wir auch mit den Motorrädern in den Park fahren, aber nur rund 13 Meilen bis zum Savage River Trail Parkplatz.

Der Blick aus dem Zimmerfenster macht Freude, derjenige auf das WetterApp weniger, wechselt doch die Prognose am Nachmittag auf bewölkt. Lars wird bereits vor acht Uhr abgeholt; Für seinen Flug mit Gletscherlandung warten perfekte Konditionen.

Von meinem Zimmer aus gehe ich Richtung Rezeption, vorbei an wilden Tieren beim noch geschlossenen Souvenirshop.

Von der Treppe aus habe ich einen schönen Blick Richtung Nationalpark und auf einen Teil der Anlage.




"Die Holland America Denali Lodge ist Teil der Holland America Line, die 1873 gegründet wurde. Zur Zeit gehört diese zur Carnival Corporation, die auch die Muttergesellschaft von Carnival Cruise Line, Cunard und Princess Cruises sowie anderen Marken ist."
Es gibt noch ein weiteres Hotel im Dorf, welches auch zur Holland America Line gehört. Kreuzfahrtpassagiere werden von Anchorage zum Nationalpark gefahren wo sie übernachten.
"Our Alaska cruisetours usher you to Denali National Park & Preserve, home to winding rivers, fascinating wildlife, and North America’s highest mountain peak."

Ich verlasse die Anlage weil ich den kleinen Ort Canyon anschauen will.

Es sieht hier nicht nur amerikanisch aus, es ist amerikanisch.




In einem der kleinen Restaurants frühstücke ich und trinke die heisse Schokolade von Willi ...

... HC Willi = Hot chocolate Ueli.

Den Bärenspuren folgend nehme ich einen anderen Weg zurück zu meinem Zimmer.

Rechtzeitig bin ich draussen vor der Rezeption, wo immer wieder Busse vorfahren, Passagiere aussteigen und neue einsteigen lassen. Wie weiss ich, welcher Bus der meine ist?
Pünktlich um 15:10 Uhr fährt wieder ein Bus vor; das muss meiner sein, unser, denn Carina und Stefan haben die Tour auch gebucht.


Der Bus ist mehr oder weniger voll besetzt. Der Chauffeur begrüsst seine Gäste und fordert uns auf, bei Tiersichtungen zu rufen; er werde dann anhalten. Zu Beginn ist die Strasse geteert. Die Hauptstrasse im Denali-Nationalpark ist 92 Meilen lang und führt bis nach Kantishna. Allerdings ist nur der erste Abschnitt von 13 Meilen für private Fahrzeuge befahrbar; der Rest der Strecke mit Shuttle-Bussen oder Tourbussen. Allerdings ist die Denali Park Road aufgrund eines Erdrutsches bei Meile 43 vollständig gesperrt. Die Sperrung wird voraussichtlich bis Sommer 2026 andauern.

Die Fahrt durch die Tundra ist sehr schön.
"Die Tundra ist eine baumfreie oder baumarme Vegetationszone in subpolaren Gebieten, die sich durch niedrige Temperaturen, kurze Sommer und einen Permafrost (Dauerfrostboden) auszeichnet. Sie ist durch niedrige Pflanzen wie Moose, Flechten, Gräser und Zwergsträucher gekennzeichnet.
Dagegen ist die Taiga, auch bekannt als borealer Nadelwald, die nördlichste Waldzone der Erde und erstreckt sich als breiter Gürtel über den Norden Nordamerikas und Eurasiens. Das Wort "Taiga" stammt aus dem Russischen und bedeutet so viel wie "Sumpfgebiet" oder "dichter, undurchdringlicher Wald".




Halt beim Teklanika River, dem rund 150 Kilometer langen linken Nebenfluss des Nenana Rivers, an dem unsere Hotelanlage liegt.




Zwischenzeitlich fahren wir auf Naturstrasse, und es geht aufwärts ...

... auf den Sable Pass, der 3900 Meter über Meer liegt - ? - natürlich nicht, die Masseinheit Feet (Fuss) macht aus dieser Höhenangabe lediglich 1189 MüM.

Irgendwann schreit irgendwer irgendetwas, der Chauffeur hält an. Der Passagier erklärt, wo er zwei Bären gesehen hat. Sie sind relativ weit weg. Der Chauffeur aktiviert die Videokamera und wir können seine Aufnahmen auf den Bildschirmen über uns anschauen.

Da Carina und Stefan kameratechnisch top ausgerüstet sind, sind die beiden Braunbären auf ihrem Foto besser zu sehen.

Später entdecken Passagiere weitere Tiere, u.a. Elche. Der Chauffeur setzt teilweise zurück, damit wir sie auch sehen können.

"In Nordamerika werden Elche als Moose bezeichnet und der Name "Elk" für den Wapiti-Hirsch verwendet."



Da vorne, ungefähr beim Stern rechts, werden wir wenden müssen. Die fortführende Strasse ist diesen Sommer durch einen Erdrutsch unpassierbar geworden (beim orangen Balken links).


Der Chauffeur fährt eine Abzweigung zum Fluss runter, wo es für die Busse genügend Platz zum Wenden hat. Danach geht die Fahrt zurück.


Die Fahrt hat mir gefallen, obschon die Wildtierausbeute für mich nicht überwältigend waren. Alaska, als Bärenland bekannt, bietet mir gerade mal zwei Exemplare an.
"Alaska wird oft als Bärenland bezeichnet, da es eine hohe Dichte an Braunbären und Schwarzbären gibt. Die Tiere sind über den gesamten Bundesstaat verteilt, wobei Grizzlybären eher in bestimmten Regionen konzentriert sind, während Schwarzbären gleichmässiger vorkommen. Einheimische Sprichwörter betonen die Präsenz der Bären, indem sie sagen: Wenn Sie keinen Bären sehen, ist er trotzdem nicht weit."

Braunbär, Schwarzbär, Grizzlybär und seltener weisser Grizzlybär.

Zum Abendessen gehe ich ins Prospector's Pizzeria & Alehouse auf ein Bier und eine Pizza ...

... Beer yes, but Ueli has changed his mind.


Das Wetter ist gut, es wird ein schöner Fahrtag. Rein fährt mit seinem Monstertruck vor und sammelt unser Gepäck ein. Da gleich der Hotel-Shuttle-Bus kommt, benützen wir den um zum Ausgang zu kommen. Dort verstaut jeder sein Tagesgepäck in den Seitentaschen der BMW's. Um 10:20 Uhr sind wir bereit und fahren los.


Heute fahren wir weiter auf dem Highway 3 nordwärts bis zu unserem Tagesziel Fairbanks, der uns sanft durch grüne Hügellandschaften führt. Nebst der Abkürzung Hwy (Highway), lerne ich von den Strassenschildern weitere kennen: Ave (Avenue), Blvd (Boulevard), Dr (Drive), Ln (Lane), Rd (Road) oder St (Street).


Unterwegs passieren wir eine Strecke, wo es kürzlich gebrannt hat; schwarzgebrannte Erde und blätterlose Bäume säumen beidseitig die Strasse. Später fahren wir sogar durch ein aktives Feuergebiet mit grossen Rauchwolken.
Nach rund 60 Meilen machen wir einen ersten Halt in Nenana, einem kleinen Ort an der Mündung des Nenana Flusses in den Tanana Fluss. Wir parken um die Ecke vom empfohlenen Rough Woods Inn & Café; jedoch ...


... ist dieses wegen zu geschlossen. Also wieder aufsitzen und einige Meter zurück zum 3 Rivers Trading Post fahren.


Bevor wir weiterfahren, fahren wir zum Bahnhof am Ende der Strasse.



Ungefähr 45 Meilen hinter Nenana machen wir eine kleine Zusatzschlaufe, die uns in den ehemaligen Goldgräberort Ester führt. Wir biegen links auf den Old Nenana Hwy, der alten Hauptstrasse zwischen Anchorage und Fairbanks. Nochmals links abbiegen und wir erreichen auf der Village Rd das Ester Gold Camp.


Carina, Stefan, Ueli, Gunther, Helmut, Ingo, Lars und Jochen.

Als wir nach dem Parken, der Tenüerleichterung und der Fotosession, um 14:07 Uhr bereit sind einzutreten, vernehmen wir von Flossie - oder war es May? - dass das Cafe ab 14 Uhr geschlossen ist. Jedoch: Wo Schatten, ist auch Sonne: Der Saloon hat offen.

Bevor ich in den Malemute Saloon eintrete, schaue ich mich auf dem Platz davor um, wo einige alte Zeitzeugen herumstehen.




All you can eat: Crab Dinner für 3 $ - die Vergangenheit lässt grüssen.


Nun bin ich gespannt, was mich hinter der Schwingtür erwartet.
"Die Tür zu einem Saloon heisst Saloontür oder Pendeltür, auch bekannt als Schwingtür, die sich in beide Richtungen öffnet und einen ungehinderten Durchgang ermöglicht. Diese Türen sind charakteristisch für den Wilden Westen."

Als ich die Bedienung nach etwas alkoholfreiem frage, werde ich von den drei älteren Semestern humorvoll auf den Arm genommen.


Mit den Getränken gehen wir auf die Terrasse vom Saloon an die Sonne. Später kommen auch die drei Herren aus dem Saloon und outen sich als Musikanten.
Der eine Musiker holt aus einer Tasche einen Ordner und beginnt zu suchen; er weiss, dass ich aus der Schweiz bin ...
"Es Buurebüebli mahn i nid, das gseht mer mir wohl a, juhe, es Burebüebli mahn i nid, das gseht mer mir wohl a, fideri, fidera, fiderallala, fiderallala, fiderallala, es Buurebüebli mahn i nid, das gseht mer mir wohl a.
Muess eine si gar hübsch und fin, darf keini Fähler ha, juhe, muess eine si gar hübsch und fin, darf keini Fähler ha, fideri, fidera, fiderallala, fiderallala, fiderallala, muess eine si gar hübsch und fin, darf keini Fähler ha."
Der Amerikaner hat das Schweizer Volkslied auf einer seiner Reisen in die Schweiz kennen- und spielen gelernt. Er fordert mich auf mitzusingen. Da seine Textkenntnisse mit den Jahren offensichtlich gelitten haben, ist es für mich schwierig, mitzumachen. Jedenfalls THANK YOU!

Später, als die Musiker eine Pause einlegen, zeigt uns der eine Musikant voller stolz seine Eigenkreation "1935 Ch-ord", zusammengebaut mit Teilen von alten Chevrolets und Fords.

Wir müssen weiter, fahren auf dem Old Nenana Hwy zurück auf den Hwy 3 und folgen diesem weiter. Später fahren wir wieder durch ein aktives Feuergebiet, mit Rauch- und starkem Brandgeruch.

Kurz nach halb fünf Uhr erreichen wir Fairbanks, auch "Tor zur Arktis" genannt, den nördlichsten Punkt unserer Motorrad-Tour, und fahren zum River's Edge Resort. Die Temperaturanzeige am Motorrad zeigt 88° Fahrenheit, was rund 31° Celsius entsprechen - verrückte Welt.


Jetzt noch die richtige Hütte (Cottage) finden und schon kann ich mich einrichten.

"Fairbanks ist nach Anchorage die zweitgrösste Stadt im US-Bundesstaat Alaska und die grösste Stadt im Hinterland Alaskas. Mitten durch die Stadt fliesst der Chena River, der in der Nähe des Flughafens im Südwesten in den südlich der Stadt fliessenden Tanana River mündet. Die Stadt wurde 1901 von Goldgräbern aus Klondike gegründet und nach Charles W. Fairbanks, Senator aus Indiana, später Vizepräsident unter Theodore Roosevelt, benannt. Fairbanks wurde rasch die zweitgrösste Stadt Alaskas. Fairbanks ist Start- oder Zielpunkt (je nach geradem oder ungeradem Jahr) des Yukon Quest. Im Zweiten Weltkrieg wurden zwei US-Militärbasen errichtet, von denen eine (Fort Wainwright) auch während des Kalten Krieges wegen der Nähe Alaskas zur Sowjetunion noch für Arbeitsplätze in Fairbanks sorgte. Zwischen 1975 und 1977 wurde von Fairbanks aus der Bau der Trans-Alaska-Pipeline organisiert."
"Der Yukon Quest, offiziell Yukon Quest International Sled Dog Race, ist ein 1984 ins Leben gerufenes Langstrecken-Schlittenhunderennen, das über bis zu 450 Meilen (früher 1000 Meilen) durch Alaska und Kanada zwischen Fairbanks (Alaska) und Whitehorse (Kanada) führt. Das Rennen findet jedes Jahr im Februar statt. Es werden verschiedene Distanzen, zwischen 80 und 450 Meilen angeboten. In geradzahligen Jahren führt es von Fairbanks nach Whitehorse, in ungeradzahligen Jahren in umgekehrter Richtung."

Zum Abendessen treffen wir uns auf der Terrasse vom Restaurant Chena's Alaskan Grill, direkt am Chena River. Ein kühles Bier ist jetzt gerade richtig.



Nein, nein, das ist kein Chaos, sondern meine organisierte Auslegeordnung in meinem Doppelzimmer, welches ich für mich alleine habe.

Über Nacht hat es geregnet und es ist kühler geworden. Am Zielort Tok sind die Temperaturen noch ein bisschen tiefer.

Zum Frühstück gehts ins Haupthaus: Zuerst an der Theke einen Voucher kaufen - manchmal ist bei unseren Unterkünften das Frühstück inbegriffen, manchmal nicht - und dann trete ich in die Miner's Hall North. Ich bin der Erste von unserer Truppe.



Um 08.45 Uhr laden wir das Gepäck auf den Pick-up und eine Viertelstunde später fahren wir ab. Zuerst auf dem Hwy 3 und nach wenigen Meilen biegen wir auf den Hwy 2, den Richardson Hwy, der von Valdez nach Fairbanks führt.
"Der Richardson Highway ist eine Hauptverkehrsstrasse im US-Bundesstaat Alaska, die auf einer Länge von
583 km Valdez am Prince William Sound mit Fairbanks im Interior verbindet. Benannt ist der Highway nach Wilds P. Richardson, einem General der US-Armee, der für die Alaska Road Commission den Ausbau der Strasse für Pferdefuhrwerke im Jahr 1910 leitete.
Er war die erste Strasse Alaskas und den Goldsuchern von 1898 als "Valdez to Eagle-Trail" bekannt. Im Jahr 1903 legte das Militär eine Telegrafenleitung entlang der Strecke und sieben Jahre später wurde eine Versorgungsstrasse erbaut, um die Goldschürfer nach Fairbanks zu bringen."

Heute gibt's den ersten Halt bereits nach rund 17 Meilen in North Pole. Nach dem amerikanischen Mythos wohnt der Weihnachtsmann Santa Claus am Nordpol. Aus diesem Grund betreibt der United States Postal Service ein Weihnachtspostamt in North Pole.



Wir sind zu früh da, es ist noch geschlossen.


Nach einer gewissen Zeit des Wartens, kommt Ungeduld auf; wir beschliessen, ohne Audienz beim Weihnachtsmann - und im wohl grossen Souveniershop - weiterzufahren.




Carina packt ihre Drohne aus und lässt sie fliegen, allerdings nicht über den Fluss.

Nach einer Stunde Fahrt mit vielen Baustellen, halten wir nach dem Überqueren vom Tanana Fluss an.

Über diese Brücke fliesst der Verkehr und ...

... über diese Öl; die Alaska Pipeline.

"Verlauf der Trans-Alaska-Pipeline: Punkte markieren die zwölf Pumpstationen. Die mit über 200 km längste Etappe zwischen PS4 und PS5 erklärt sich aus dem Gefälle am Südhang der Brookskette, auch Flussoberläufe fließen hier südwärts."

"Die Trans-Alaska-Pipeline (TAP) ist eine Erdölleitung in Alaska in den Vereinigten Staaten. Sie verläuft 1287 km von der Prudhoe Bay im Norden zum eisfreien Hafen Valdez am Prince William Sound im Süden. 1968 wurde in der Prudhoe Bay Erdöl entdeckt. Eine Pipeline wurde als einzige durchführbare Lösung betrachtet, um das Öl zum nächsten eisfreien Hafen im 1021 km (Luftlinie) entfernten Valdez zu transportieren. Die Ölfirmen mit Förderrechten schlossen sich in dem Konsortium der Alyeska Pipeline Service Company zusammen, um die Pipeline entwerfen, bauen und betreiben zu können.
Richard Nixon genehmigte den Bau der Pipeline durch die Unterzeichnung des „Trans-Alaska Pipeline Authorization Act“ am 16. November 1973. Die Pipeline wurde nach sechs Jahren Vorbereitung in gut drei Jahren zwischen dem 29. April 1974 und dem 20. Juni 1977 für insgesamt acht Milliarden US-Dollar gebaut (Pipeline inklusive Pumpstationen und dem Ölhafen in Valdez).
Am 20. Juni 1977 floss zum ersten Mal Erdöl durch die Pipeline. Seitdem sind über 13 Milliarden Barrel (2,1 Milliarden m³) durchgeflossen, mit einem Spitzenwert von 2,1 Millionen Barrel (330.000 m³) pro Tag im Jahr 1988. Mit dem Öl wurden mehr als 16'000 Tanker am Marine-Terminal in Valdez gefüllt. Das Terminal bietet Liegeplätze für vier Schiffe gleichzeitig und hat 1,4 Milliarden US-Dollar gekostet. Der erste beladene Tanker, die ARCO Juneau, verließ den Terminal am 1. August 1977."

Wir treffen hier nochmals auf die vier Schweizer, die zum Lachsfischen nach Alaska gekommen sind.


Bei einem Tank-Halt entdecke ich Wells Fargo.
"Wells Fargo tritt in Westernfilmen und Serien als wichtiges Transport- und Finanzunternehmen des Wilden Westens auf, das Postkutschen- und Botendienste anbot. Bekannte Darstellungen sind der Spielfilm "Wells Fargo" (1937) (auch bekannt als "Frisco-Express") und die erfolgreiche Fernsehserie "Tales of Wells Fargo" (1957-1962), in der Dale Robertson als Ermittler Jim Hardie eine zentrale Rolle spielte."

In Delta Junction, an der Kreuzung der Highways 2 und 4, steht ein Meilenstein: das offizielle Ende des Alaska Highways, resp. für uns der Anfang, weil wir von der anderen Seite herkommen.

"Der Alaska Highway ist eine 1422 Meilen (2288 Km) lange internationale Fernstrasse, die von Dawson Creek in Kanada bis nach Delta Junction in Alaska (USA) führt."

Im Shop daneben gibt es allerhand zu kaufen, allerdings nicht diesen Bison.

"Die Bisons sind auf der Nordhalbkugel verbreitete Wildrinder, die ursprünglich in die eigene Gattung Bison gestellt wurden. Heute gibt es zwei Vertreter, den Amerikanischen Bison (Bos bison) und den in Europa vorkommenden Wisent (Bos bonasus). Laut molekulargenetischen Untersuchungen sind die beiden Arten nicht näher miteinander als mit anderen Vertretern der Rinder verwandt, bilden also keine eigenständige Verwandtschaftsgruppe (Monophylum)."
Nun fahren wir also auf dem Highway mit dem magischen Namen weiter. Die Strasse weist viele Schlaglöcher auf, Konzentration ist gefragt.
Beim nächsten Halt kehren wir in einem wohl kürzlich neu eröffneten Café, dem Rustic Blends Café, ein.

Hübsch anzusehen, jedoch bedürfen die Abläufe wohl noch Anpassungen. Es dauert sehr, sehr lange, bis unsere Bestellungen zubereitet sind. Wie es scheint, haben die Kunden im Drive-in Vorrang.

Vor fünf Uhr erreichen wir Young's Motel in Tok.

"Tok ist ein Ort in Alaska Interior an der Kreuzung von Alaska Highway und Tok Cut-Off zwischen Tanana River und Alaska Range, südöstlich von Fairbanks. An der Stelle, an der die Stadt in den 1940er Jahren als Camp der Highwayarbeiter entstand, befand sich zuvor für viele Jahrhunderte eine Siedlung der Athabasken. Der Name Tok bedeutet in der Sprache der Indianer so viel wie „friedliche Kreuzung“. Mit der Fertigstellung des Alaska Highway gingen in Tok ein Postamt und eine Raststätte in Betrieb. 1947 öffnete die erste Schule, die 1958 durch eine grössere abgelöst wurde. 1954 wurden die Tok Dog Mushers gegründet, eine Schlittenhundezucht, die auch heute noch existiert. Die Stadt lebt hauptsächlich von Tourismus, was sich in einer überdurchschnittlichen Dichte an Hotel- und Motelzimmern sowie Campingplätzen zeigt."
Als Bijou (französisch, Schmuckstück, Juwel oder Kleinod) wirken die gemütlichen Hütten des Motels.

Rein hilft mir, die Kette meiner BMW mit dem erhaltenen Spray einzusprühen.

Meine Bärenhöhle.

Den alten Bären habe ich nicht angetroffen und "his Honey" habe ich nicht gefunden.

Jedem Häuschen sein Motorrad.

Auf dem Weg zum Apéro im Bear's Den Lounge komme ich an diesem Truck vorbei.




Es hat fast keine Gäste. Das sei aber sonst nicht so, meint die Dame hinter der Theke.

Zum Abendessen treffen wir uns später in Fast Eddy's Restaurant.

Der Tag fängt mit Regen an und frischen 10 Grad.

Auf dem Weg zum Frühstück staune ich über spezielle Fahrzeuge. Amerika ist gross, die Fahrzeuge auch und alles scheint möglich zu sein: Wohnmobil mit angehängtem Chevrolet und darauf eine Harley Davidson.

Rein bringt mir mein Navi. Für die beiden letzten Fahrtage hat er jeweils die Routen manuell erfasst. Nun strahlt er übers ganze Gesicht, weil er eine Lösung gefunden hat, die ganze Route herunterzuladen. Danke Rein.

Beim Frühstücken beschliessen wir, was wir schon gestern teilweise diskutiert haben, uns aufzuteilen. Helmut, Gunther und Ingo fahren zusammen, Lars, Jochen und ich sind die andere Gruppe, während Stefan und Carina solo fahren werden, weil die beiden am Meisten Halte machen um zu fotografieren. Wie sich zeigen wird, werden wir uns aber immer wieder treffen, weil die Sightseeings-, Verpflegungs- und Tankmöglichkeiten rar sind.
In meiner Gruppe übernimmt Lars die Führung, Jochen fährt am Schluss und ich dazwischen. Wir fahren zuerst auf die andere Strassenseite zum Einkaufen.


Um eine Waffe erwerben zu können, muss man Amerikaner sein, erklärt uns der Verkäufer. Aber das gilt nicht für alle Staaten. Er zeigt uns eine Liste der Staaten, die einen Waffenkauf zulassen.

Nun, kaufen wollten wir ja nichts, nur gucken. Wir gehen durch die Verbindung in den anderen Laden, wo wir Getränke und Snacks kaufen können.
Danach sind wir bereit für die Tagestour. Es wird ein langer Fahrtag werden, bei dem wir die Grenze zu Kanada passieren. Da wir die Zeitzone von Alaska Time zu Pacific Time überschreiten, verlieren wir eine Stunde.





Auf dem Alaska Highway wird gebaut. Hier ist es so, dass dabei die ganze Breite der Strasse aufgerissen und gleichzeitig überall gearbeitet wird. Die Fahrbahnen werden dabei, nicht wie bei uns, nicht mit Abschrankungen getrennt. Reduzierte Tempolimiten und Warnschilder machen früh darauf aufmerksam, dass nächstens angehalten werden muss. Frauen - es sind wirklich immer Frauen - stehen mit einem Stoppschild auf der Strasse. Nun heisst es warten. Warten auf den Gegenverkehr. Warten auf das Ende des Gegenverkehrs und Warten auf das Pilot Car. Wenn der Verkehr freigegeben wird, fährt das Lotsenfahrzeug voraus. Einerseits wird so das (langsame) Tempo vorgegeben, und andererseits wechselt das Begleitfahrzeug, je nach Arbeitssituation, von der einen auf die andere Strassenseite.
"Ein Pilot Car ist ein Begleitfahrzeug, das in den USA und Kanada eingesetzt wird, um den Durchgangsverkehr an einer Strassenbaustelle in einer Fahrtrichtung abzusichern. Anstelle von Baustellenampeln gibt es in den Vereinigten Staaten bei den oft langgezogenen Baustellen die Verkehrsregel, dass diese nur unter Führung eines Pilot Cars passiert werden dürfen. Dieses fährt auf dem freigegebenen Weg voraus, alle Fahrzeuge müssen dem Pilot Car folgen. Da die Baustellen dort sehr unübersichtlich sind und teils ohne Fahrbahnbelag nur auf Sand oder Schotter führen, drohen ansonsten ernsthafte Schäden an den Fahrzeugen."
Das höchste der Fahrgefühle erleben wir auf einer 16 Meilen (26 Kilometer) langen Baustelle. Stellenweise hat sich der Untergrund durch den Regen in eine breiige, glitschige und schmutzige Fahrbahn verwandelt. Dies, sowie grosse Pfützen - oder spricht man schon von kleinen Seen? - sorgen dafür, dass wir Fahrer und unsere BMW's so richtig schmutzig werden.

Kurz vor zwölf kommen wir zur Grenze; keine US-Grenzkontrolle.

Auch Lars will ein Beweisfoto, dass er in Alaska war.



Bis zur kanadischen Grenzstation dauert es noch. So fahren wir rund 20 Meilen durch "Niemandsland".
Yukon/Kanada 
"Yukon ist ein Territorium im äussersten Nordwesten Kanadas mit einer Fläche von 482'443 km². Im Westen grenzt das Territorium an Alaska (Vereinigte Staaten), im Osten an die Nordwest-Territorien und im Süden an die Provinz British Columbia. Der Arktische Ozean bildet die Nordgrenze. Etwa zwei Drittel der rund 47'000 Einwohner leben in der weit im Süden gelegenen Hauptstadt Whitehorse. Von den Einwohnern des Territoriums zählt das für die Ureinwohner zuständige Ministerium rund 9500 zu den 16 First Nations. Im Südwesten des Territoriums liegt der mit 5959 Metern höchste Berg Kanadas, der Mount Logan. Er ist nach dem 6190 Meter hohen Denali in Alaska der zweithöchste Berg Nordamerikas.
Seit mindestens zwölf Jahrtausenden leben Menschen in Yukon. Für diese Zeit lassen sich die Vorfahren der heutigen Indianer (in Kanada heute oft First Nations genannt) nachweisen, die der athabaskischen Sprachfamilie angehören. Sie lebten bis Mitte des 20. Jahrhunderts nomadisch, wobei sie die Winter in immer denselben Dörfern verbrachten. Nach frühen Handelsbeziehungen, bei denen Pelze im Mittelpunkt standen, brachten Goldfunde am Klondike für kurze Zeit mehr als 100'000 Einwanderer in das dünn besiedelte Gebiet. Heute leben die Yukoner überwiegend von Tourismus, Rohstoffgewinnung und Dienstleistungen, die Jagd spielt nur noch bei wenigen indigenen Gruppen eine Rolle."
Beim Warten an der Grenze treffen auch die anderen ein. Die Kontrolle findet überdacht statt, so ist es angenehmer, den Pass aus einer Tasche hervorzunehmen und dem Beamten zu zeigen. Er fragt mich, ob ich aus der französischen oder deutschen Schweiz komme. Französisch spricht er, deutsch nicht. Ein paar Fragen und schon bin ich, nach meinem Besuch 1999 bei meinem Sohn in Banff (Provinz Alberta), zum zweiten Mal in Kanada.
In Kanada sind die Entfernungsangaben nun in Km angegeben, wie auch die Geschwindigkeiten. Das Navi bleibt aber bei Meilen. Das Navi rechnet die erlaubte Geschwindigkeit in Meilen um und zeigt es auf dem Display so an. Diese kann ich mit der aktuellen fahrenden Geschwindigkeit vergleichen um zu sehen, ob wir zu schnell fahren.
Auch hier in Kanada gibt es Baustellen mit der gleichen Art der Verkehrsregelung.

Es hat aufgehört zu regnen und es ist spürbar wärmer geworden, so ziehe ich das Regenkombi aus und verstaue es im linken Seitenkoffer.



Bei der Rest Area am Kluane River geniessen wir den Blick in die Weite der Natur.

"Der Kluane River ist ein etwa 89 km langer rechter Nebenfluss des Donjek River im kanadischen Yukon-Territorium. Der Kluane River bildet den Abfluss des Kluane Lake. Er fliesst in nordnordwestlicher Richtung und mündet schliesslich rechtsseitig in den Donjek River. Der Alaska Highway folgt ein Stück dem Flusslauf des Kluane River unweit dessen linken Flussufers, bevor er nach Westen abbiegt."
Eine traumhaft schöne Kulisse bietet sich uns am Kluane Lake.



Kurz vor 19 Uhr erreichen wir Haines Junction, wo wir zuerst eine Tankstelle aufsuchen um für morgen bereit zu sein. Danach fahren wir zu unserer Unterkunft Parkside Inn. Helmut, Ingo und Rein übernachten im Alcan Inn.

Zum Abendessen treffen wir uns alle im Mile 1016 Pub & Grill, gleich in der Nähe unserer Unterkünfte, wo wir auf der Terrasse in der Sonne sitzen und die Bestellungen auf Deutsch aufgeben können. Die eine der Bedienung kommt aus Österreich, die andere aus Deutschland; wie klein die Welt doch oft sein kann.

Eigentlich erübrigt sich der Blick auf's WetterApp, den ich kann das Wetter durchs Fenster hören ...
... da kann ich das Regenkombi vor der Abfahrt bereits im Zimmer anziehen, was unbestreitbar besser geht als unterwegs im Regen.
Die Zimmer im Parkside Inn verfügen alle über eine Küche. Do it yourself: Mal schauen, was der Kühl- und Küchenschrank zum Frühstück zu bieten haben ...



... und klar, ich halte ich mich an die Hausregeln, will ja nicht die 10 Can$ Reinigungsgebühr bezahlen.
Die Gruppe JUL (creation by Rein: Jochen, Ueli, Lars) beschliesst, die kurze Strecke nach Whitehorse zu fahren. Hingegen wollen Stefan & Carina, sowie die Gruppe HIG (Helmut, Ingo, Gunther), auch die Zusatzschlaufe über Carcross fahren.

Es ist nass und wir werden nass. Das Regenkombi ist dicht, aber meine Handschuhe nicht lange. Ich muss beim nächsten Halt unbedingt meine dünnen Seidenhandschuhe - die im Rucksack im rechten Seitenkoffer sind - darunter anziehen, den mit den nassen Händen die Handschuhe ausziehen birgt die Gefahr, das Innenleben mit herauszuziehen. Eine Premiere für mich ist die Griffheizung, die ich nun an meiner GS aktiviere, sie hat drei Stufen.


Das Wetter heitert immer wie mehr auf, so dass Lars und ich (Jochen ist von der Wasserfestigkeit seiner neu gekauften Motorradbekleidung so überzeugt, dass er ohne Regenkombi angereist ist) bei diesem Halt, wo auch Stefan & Carina eintreffen, das Regenkombi wieder ausziehen können. Carina lässt ihre Drohne aufsteigen.




Am frühen Nachmittag erreicht die Gruppe JUL Whitehorse. Wir drei beschliessen, zum Miles Canyon zu fahren. Kurz vor dem entsprechenden Abzweiger überholen wir Rein und seinen beladenen Pick-up.


"Der Miles Canyon befindet sich im kanadischen Whitehorse. Benannt wurde der Graben nach einem Militärgeneral. Nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, kann der atemberaubende Canyon bestaunt werden. Dieser bildete sich vor mehr als acht Millionen Jahren durch einen Lavaschwall. Heute fliesst durch den Canyon frisches türkisfarbenes Wasser. Auf den Seiten können Klippen bestaunt werden. Von den ersten Einsiedlern des Gebietes wurde der Canyon für den Fischfang genutzt. Über die Jahre hinweg haben sich teilweise Goldgräber in der Region niedergelassen. Um die Überfahrt zu ermöglichen, wurden Boote installiert. Wenn der Weg über das Wasser versperrt ist, kann auf die Straßen durch den umliegenden Wald zurückgegriffen werden."



Kanuten lassen sich auf dem Fluss treiben oder paddeln flussaufwärts.








Der schmale Canyon City Trail, der am Rand des Canyon's verläuft, ist wohl nichts für schwache Nerven.

Wir werfen einen letzten Blick über den schönen Canyon, sitzen auf und reiten nach Whitehorse.

"Whitehorse ist die Hauptstadt des Yukon-Territoriums in Kanada. Der Ort hat rund 25'000 Einwohner und seit 1950 Stadtrecht. Ausserdem ist sie die einzige Gemeinde im Territorium mit dem Status einer Stadt (englisch City). Whitehorse wurde benannt nach den durch den Bau eines Wasserkraftwerks verschwundenen Stromschnellen (White Horse Rapids) des Yukon Rivers. Deren Kämme sahen aus wie die Mähnen weisser Pferde."

Beim Platz, wo die Klondike II renoviert wird, halten wir kurz an. Besichtigen können wir den Dampfer leider nicht.

"Klondike II beförderte bis Anfang der 1950er Jahre Fracht. Aufgrund des Baus eines Highways, der Dawson City und Whitehorse verbindet, wurden viele Heckraddampfer auf dem Yukon River ausser Dienst gestellt. Bei dem Versuch, Klondike II zu retten, wurde sie über den White Pass und die Yukon Route zu einem Kreuzfahrtschiff umgebaut. Der Herzog von Edinburgh (Gemahl von Elizabeth II., Königin von Kanada) wurde 1954 eingeladen, das Schiff zu besichtigen, und wurde während seines eintägigen Besuchs in der Stadt auf eine kurze Reise auf dem Yukon River und zurück nach Whitehorse mitgenommen. Das Unternehmen wurde 1955 wegen mangelnden Interesses eingestellt und Klondike II wurde in den Whitehorse-Werften liegen gelassen. Das Schiff wurde Parks Canada gespendet und nach und nach restauriert, bis 1966 die Stadtverwaltung zustimmte, das Schiff an seinen heutigen Standort zu verlegen, der damals Teil eines besetzten Geländes war. Die Aufgabe erforderte drei Bulldozer, acht Tonnen Palmolive-Seife, eine Besatzung von zwölf Mann und drei Wochen. Gefettete Holzwalzen erleichterten den Prozess. Am 24. Juni 1967 wurde die SS Klondike zur National Historic Site of Canada ernannt und ist nun im Sommer als Touristenattraktion geöffnet."



Nach dem Parken der Motorräder - erstmals weit weg von der Unterkunft - checken wir im Best Western Guld Rush Inn ein. Wir beschliessen, nach dem Umziehen und Duschen, Whitehorse auf einem Spaziergang zu entdecken.

"Der Yukon River ist ein Strom, der in der kanadischen Provinz British Columbia entspringt und danach das nach ihm benannte Territorium Yukon durchfliesst,
bevor er im US-Bundesstaat Alaska in das Beringmeer mündet. Auf Grund seiner Grösse und seiner Bedeutung wurde der Fluss von den meisten in seinem Flusssystem lebenden indigenen Völkern zumeist als „Grosser Fluss“ oder „Grosser, weiter Fluss“ bezeichnet."

"Die White Pass & Yukon Route Railway eine historische Schmalspurbahn, die während des Klondike-Goldrauschs 1898 gebaut wurde. Sie ist ein internationales Wahrzeichen der Bautechnik und bietet eine malerische Fahrt von Skagway, Alaska, in Richtung Whitehorse, Yukon Territory, Kanada. Die Strecke führt durch atemberaubende Berglandschaften mit Gletschern, Brücken und Tunneln und ist bekannt für ihre engen Kurven und Steigungen."


Ein Hunger macht sich bemerkbar, vor allem bei meinen beiden Begleitern. Also beschliessen wir, etwas Kleines zu essen. Das Dirty Northern scheint uns geeignet. Wir setzen uns zuerst draussen an einen Tisch, aber es ist kühler als es den Anschein macht. Also verschieben wir uns nach innen.

Buffalo Cauliflower in Frank’s hot sauce scheint mir genau richtig zu sein für den kleinen Hunger. Gemüse ist zudem gesund und Blumenkohl mag ich ...

... aber nicht unbedingt so zubereitet.


"Der Klondike-Goldrausch fand hauptsächlich zwischen 1897 und 1899 statt, als Tausende von Goldsuchern in den Yukon in Kanada strömten, nachdem im August 1896 Gold am Bonanza Creek entdeckt wurde. Die Nachricht von dem Fund erreichte die Aussenwelt im Juli 1897, was den Beginn des Massenansturms auslöste."

"Der Klondike Trail ist die legendäre Route der Klondike-Goldrausch, die Tausende von Menschen von den Küsten Alaskas über den Chilkoot- oder White-Pass zu den Goldfeldern am Klondike im Yukon Territory Kanadas führte. Der Klondike Trail war eine Überlandroute zum Klondike Gold Rush im Yukon, Kanada. Die Goldsucher erreichten den Klondike über die amerikanische Route über den Chilkoot-Pass und eine nördliche (Wasser-)Route über Edmonton und den Athabasca River. Die Kaufleute von Edmonton setzten sich jedoch für einen Landweg ein, der auf der Landkarte kürzer erschien, sich aber als beschwerlich und tückisch erwies und viel länger dauerte."
Back to the Future, frei übersetzt "Zurück in die Gegenwart": Heute stellen sich uns ganz andere Widrigkeiten in den Weg als damals. Ausgerechnet beim längsten Fahrtag das Wetter, beim Frühstück die nicht endend wollende Warterei und später auf dem Klondike Highway (Hwy 2) wieder schlammige Baustellen.

Gruppe JUL fährt los, ich wie gewohnt auf der zweiten Position. Wir verlassen Whitehorse zuerst auf 4th Ave um später rechts auf den Hwy 1 abzubiegen.

Ich werde stutzig, erkenne ich doch die Stelle, wo wir gestern angehalten haben um zu entscheiden, den Miles Canyon zu besuchen. So fahre ich neben den vorausfahrenden Lars und deute ihm, anzuhalten. 'Wir fahren auf der gleichen Strasse wie gestern', sage ich ihm. Lars bestätigt, weist aber auf die später vor uns liegende Ampelkreuzung der Highways 1 und 2 bei Forestview hin, wo wir dann rechts abbiegen werden. Alles klar; Vertrauen ist gut, Kontrolle besser. Pech haben die beiden anderen Gruppen hinter uns, die auf dem Hwy 1 bleiben und so auf dem Alaska Hwy rund 80 Meilen weiterfahren bis sie ihr Versehen realisieren. Also zurück zur Kreuzung und erst dann auf den Klondike Hwy ...

Wir fahren voll im Regen. Gegen halb ein Uhr halten wir bei einer Tankstelle um zu tanken. Dabei essen wir gleich gemütlich z'Mittag ...

... immerhin sind wir am Schärme.
"Schärme ist ein schweizerdeutscher Ausdruck, der einen geschützten Ort oder Unterstand bezeichnet, insbesondere zum Schutz vor Regen. Es kann sich sowohl auf einen konkreten Ort (wie eine Unterführung) als auch auf das Konzept des Sich-Schützens beziehen. Das Wort leitet sich vom deutschen Wort "Schirm" ab und wird umgangssprachlich auch verwendet, um eine Situation zu beschreiben, in der man sich unter ein Dach begibt."

In der Nähe von Carmacks und Stewart Crossing warten fiese Baustellen auf uns. Der streckenweise schlammige Untergrund fordert uns.



Wir treffen einen Ami, der weit oben in Alaska war, wo die Strassen die Hölle seien. Er erzählt, dass viele Motorradfahrer mit ihren schweren Maschinen umkehren mussten, derweil er es mit seiner kleineren Maschine meistern konnte.


Später am Nachmittag hört der Regen auf. Gegen fünf Uhr erreichen wir Dawson City. Bei den anderen dauert es noch bis sie eintreffen, aber alle sind wohlauf.

"Dawson City ist eine Kleinstadt in Kanada am rechten Ufer des Yukon, an der Mündung des Klondike River, 240 km südlich des nördlichen Polarkreises. Dawson ist, mit deutlichem Abstand zu Whitehorse, die zweitgrösste Stadt im Territorium Yukon in Kanada. Ab der Gründung des Territoriums 1898 war Dawson dessen Hauptstadt, bis die Regierung 1953 in das 535 km südlich gelegene Whitehorse umzog.
Die Siedlung wurde 1896 zu Beginn des legendären Klondike-Goldrauschs gegründet und nach dem kanadischen Geologen George Mercer Dawson benannt, der die Region erforscht hatte. Zu erreichen war Dawson nur über den White Pass oder den berüchtigten Chilkoot Trail und danach über einen langen und beschwerlichen Weg per Hundeschlitten oder Kanu, später per Schaufelraddampfer auf dem Yukon. 1898 erreichte die Einwohnerzahl mit 16'000 bis 17'000 Menschen ihren Höhepunkt. Es war die grösste Stadt westlich von Winnipeg und nördlich von Seattle. Nach dem Ende des „Gold Rush“ ging die Einwohnerzahl rapide zurück. Bereits 1899 lebten nur noch 8'000 Einwohner dort, 1902 nur noch 5'000 und die Volkszählung von 2021 ergab lediglich 1'577 Einwohner."

Das stilgerechte Eldorado Hotel, wo wir zwei Nächte bleiben werden.


Zum Abendessen gehen wir alle in die Drunken Goat Taverna (Billy Goats), einem griechischen Restaurant mit leckerem Essen.


Den fahrfreien Tag gestalte ich ruhig und alleine. Nach dem Ausschlafen mache ich im Nieselregen einen Spaziergang durch den wirklich hübschen Ort. Western Feeling kommt auf. Die Gebäude mit den hölzernen Gehsteigen versetzen mich augenblicklich ins späte 19. Jahrhundert; statt Pferde stehen zwar Autos vor den Häusern.



Von Bigg's Schmiede ist noch ein Shop übriggeblieben.

Das alte Haus von Dawson City, hat vieles schon erlebt
Kein Wunder, dass es zittert, kein Wunder, dass es bebt
Das Haus von Dawson City, sah Angst und Pein und Not
Es wartet jeden Abend auf's neue Morgenrot

Dieses Haus ist alt und hässlich, dieses Haus ist kahl und leer Denn seit mehr als fünzig Jahren, da bewohnt es keiner mehr Dieses Haus ist halb verfallen und es knarrt und stöhnt und weint Dieses Haus ist noch viel schlimmer als es scheint

Angesichts der ungeteerten, nassen und schmutzigen Strassen sind die hölzernen Fusswege praktisch.

Dieses Haus hat faule Schindeln und der Sturm macht es krank Und die alten morschen Balken, waschen Schnee und Regen blank Dieses Haus hat keine Farbe und der Rost, der nagt und frisst Bis das ganze Haus ein einziger Rostfleck ist






Damit ich ein paar Kanadische Dollars in Cash habe, suche ich eine aktive Bank auf.
"Die Canadian Imperial Bank of Commerce ist die viertgrösste Bank Kanadas. Besser bekannt unter dem Kürzel CIBC hat sie ihren Hauptsitz im Commerce Court in Toronto. Sie ist nicht nur in Kanada, sondern auch in den USA, der Karibik, in Asien und Grossbritannien vertreten. Die Bank verfügt über 1000 Filialen in Kanada und betreibt über 4000 Geldautomaten. Die Aktie der Bank wird sowohl an der Torontoer als auch der New Yorker Börse unter dem Symbol CM gehandelt."

Im Sourdough Saloon gibt es eine Spezialität, den Sourtoe Cocktail, ein Schuss Whiskey, garniert mit einer menschlichen Zehe ...
"Der Sourtoe Cocktail ist praktisch ein Initiationsritus für Besucher von Dawson City, Yukon. Es ist ein einfaches Getränk (ein Schuss Whiskey, normalerweise Yukon Jack) mit einer ungewöhnlichen Begleitung: einem mumifizierten menschlichen Zeh.
Wie ist der Sourtoe Cocktail entstanden? Alles begann während der Prohibition mit einem üblen Fall von Erfrierungen. In den 1920er Jahren gerieten die Rum-treibenden Linken-Brüder - Louie und Otto - in einen Schneesturm. Louie stiess seinen Fuss durch eine Eisfläche und durchnässte seinen Fuss. Als die Brüder in ihre Kabine zurückkehrten, war Louies rechter Fuss festgefroren. Um Wundbrand zu verhindern, hackte Otto mit seiner Axt Louies Zeh ab. Er legte den Zeh in ein Glas mit Alkohol, um an das Ereignis zu erinnern. Die Legende besagt, dass Kapitän Dick Stevenson 1973 das Glas (und den Zeh) in einer abgelegenen Kabine fand. Er hatte die Idee für den Sourtoe Cocktail Club - ein exklusiver Club mit einer Mitgliedschaftsvoraussetzung. Um in den Club aufgenommen zu werden, müssen potenzielle Mitglieder den legendären Sourtoe Cocktail trinken. Es gibt nur eine Regel: 'Du kannst es schnell trinken. Sie können es langsam trinken. Aber deine Lippen müssen den knorrigen Zeh berühren.'
Im Jahr 2013 verschluckte ein Mann den Zeh. Absichtlich. Er wurde aus der Stadt vertrieben. Aber er kam zurück und bat die Menschen in Dawson City um Vergebung."
Zwei aus unserer Gruppe erzählen beim Frühstück am nächsten Tag, dass sie nun stolze Besitzer der Mitglieder-Urkunde sind.


"Nicht lange nachdem Gold im Klondike gefunden wurde und der Goldrausch einsetzte, wurden Wasserbagger ins Yukon gebracht bzw später auch dort gebaut. Eine der zwei dutzend Wasserbagger die am Klondike
arbeiteten war Dredge No. 4. Sie ist eine der grössten, die je im Yukon zum Einsatz kam. Dredge No. 4 wurde im Sommer und Winter 1912 für die Canadian Klondike Mining Company gebaut und am Claim 112 am Bonanza Creek installiert. Nach einigen Jahren der Arbeit, sank der Wasserbagger 1924 und wurde 1927 gehoben und wieder eingesetzt. Ihr neuer Einsatzbereich am Hunker Creek war so reich an Goldvorkommen, so dass die Dredge mehr als 800 Unzen Gold an einem einzigen Tag schürfen konnte. Dredge No. 4 war bis 1940 im Einsatz und wurde danach am Bonanza Creek wiederaufgebaut um nochmal zum Einsatz zu kommen. In den Sommern 1991 und 1992 wurde die Dredge abgebaut, und an ihrem heutigen Ort wieder aufgebaut, um sie vor natürlichem Hochwasser zu schützen. Seitdem ist Dredge No. 4 eine National Historic Site von Kanada."
Um zum Bagger No. 4 zu gelangen, er liegt etwa 20 Km ausserhalb der City, müsste ich meine BMW aktivieren oder an einer längeren Besichtigungstour teilnehmen; für beides habe ich keine Lust.

Eine Fahrt mit der SS Keno ist nicht möglich, sie liegt auf der Uferpromenade an Land.

"Die SS Keno ist ein erhaltener historischer Heckrad-Radschaufelraddampfer, eine National Historic Site of Canada und eine Einheit des kanadischen Nationalparksystems. Die Keno liegt in einem Trockendock an der Uferpromenade des Yukon River in Dawson City, Yukon, Kanada. Das Schiff wurde 1922 in Whitehorse von der British Yukon Navigation Company, einer Tochtergesellschaft der White Pass and Yukon Route Railway Company, gebaut. Die meiste Zeit ihrer Karriere transportierte sie Silber, Zink und Bleierz den Stewart River hinunter von den Minen im Mayo-Distrikt zum Zusammenfluss der Flüsse Yukon und Stewart bei Stewart City.
1951 wurde sie aufgrund des Ausbaus und der Verbesserung des Klondike Highway in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg ausser Betrieb genommen. Nach ihrer Ausmusterung wurde die Keno auf der Werft der BYN Co. in Whitehorse aufgelegt, bevor sie für die Konservierung ausgewählt und 1959 von der Gesellschaft an die kanadische Regierung gespendet wurde. Am 25. August 1960 verliess die Keno Whitehorse, um flussabwärts nach Dawson City zu fahren. Damit war sie der letzte Heckraddampfer des Yukon, der den Yukon River aus eigener Kraft befuhr. Drei Tage später traf sie in Dawson ein und wurde anschliessend als Touristenattraktion und dauerhaftes Denkmal für die rund 250 Raddampfer installiert, die in der zweiten Hälfte des 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen wichtigen Transportdienst auf dem Yukon River und seinen Nebenflüssen leisteten."


Eine Fahrt auf dem Yukon mit dem authentischen Schaufelraddampfer Klondike Spirit wäre möglich, aber aktuell gerade doch nicht.

Ein Besuch im Information Centre zeigt mir die Besuchsmöglichkeiten in Dawson City. Es gäbe drei Museen zu besichtigen: Dawson City Museum, Jack London Museum sowie das Dawson City Fire Fighters Museum. Für den Abend wird ein Besuch in der Diamond Tooth Gerties Gambling Hall empfohlen. Nebst Glückspiel unterhalten Shows die Gäste. "This Cabaret style show combines moments of the Moulin Rouge and its famous french Can Can with the glitz and glamor of legendary Vegas showgirls". Irgendwie fehlt mir die Motivation. Ich kehre in mein Zimmer zurück und mache eine nicht kreative Pause.

Zum Abendessen gehe ich nochmals zur betrunkenen Ziege in der Taverne (Drunken Goat Taverna) wie gestern und bestelle mir eine Platte mit köstlichen Leckereien. Meine Truppe habe ich verpasst. Sie waren hier auf ein Bierchen und assen danach im Hotel.
Bei solchem Wetter macht Töff fahren Spass. Wir starten gemeinsam um 9 Uhr. Unser erster Ziel liegt oberhalb von Dawson City: Der Midnight Dome Aussichtspunkt (Mitternachts-Kuppel).



Das dunkle Wasser des Klondike fliesst in das Hellere des Yukon.
"Keine Reise nach Dawson City ist vollständig, ohne ein Foto von sich selbst auf dem Midnight Dome zu machen. Fahren oder wandern Sie zu diesem unglaublichen Aussichtspunkt und geniessen Sie einen Panoramablick auf die Region. Staunen Sie über die Schönheit des Yukon River und der Klondike Valleys und erspähen Sie die Ogilvie Mountain Range in der Ferne."


Bleibst du hier, Helmut?

Nun ungern lösen wir unseren Blick von hier oben in die Weite.

Wir fahren wieder runter nach Dawson City und dort auf den Hwy 2, aber nicht lange, denn die Strasse endet am Ufer des Yukon. Ein Fährbetrieb ersetzt die Brücke, um auf der anderen Seite auf den Highway 9, auch als Top of the World Highway bekannt, zu gelangen. Soeben hat die Fähre abgelegt; dann warten wir halt, bis sie zurückkommt.







Wir nähern uns dem anderen Ufer. Die 'Fährifrau' fordert mich auf, zurück zu meinem Motorrad zu gehen und aufzusitzen. Plötzlich geschieht's, es knallt und rumpelt. Der Kapitän hat am Ufer einen Stein gerammt. Ingo wäre beinahe mit seinem Motorrad umgekippt, jedoch wird er von Helmut und seiner BMW aufgehalten, der rechts von ihm steht. Gunter aber hat es erwischt und legt seine GS auf den Boden. Der 'Fährima' kommt sofort hergerannt, entschuldigt sich und hilft, das Motorrad aufzustellen. Dieses Malheur wird der einzige "Sturz" auf unserer Alaska- & Yukon-Tour bleiben.

In der Streckenbeschreibung für heute steht: "Die heutige Etappe ist zwar in absoluten Zahlen nicht so lang, könnte von der Fahrzeit jedoch den ganzen Tag in Anspruch nehmen, da es zum grossen Teil über eine feste Sandpiste, später auch Kiesstrasse geht." Der Top of the World Highway ist bei Weitem keine durchgehend asphaltierte Strasse.
"Der Top of the World Highway ist eine 79 Meilen (127 Kilometer) lange internationale Panoramastrasse, die in den USA (Alaska) und Kanada (Yukon) verläuft und den Taylor Highway mit der Stadt Dawson City verbindet. Er wird seinem Namen gerecht, da er sich über einen Grossteil seiner Länge entlang von Bergkämmen schlängelt. Die US-Grenze liegt im Osten der Strecke, die für ihre atemberaubenden Aussichten bekannt ist."


Der Highway verläuft grösstenteils auf oder unterhalb von Gebirgskämmen auf ungefähr 1000 Metern Höhe. Er ermöglicht so grandiose Ausblicke auf die Landschaft. Zum Teil verläuft die Strecke auch über der Baumgrenze.




Beim Grenzübergang Little Gold Creek auf 1'258 m (4.127 ft) interessieren sich die kanadischen Grenzwächter nicht für uns. Auf der US-Seite müssen wir den Pass zeigen. Der freundliche Beamte macht uns darauf aufmerksam, dass wir in Chicken tanken sollen, da es sonst bis Tok nichts mehr gebe. Nun gewinnen wir mit dem Wechsel zurück auf die Alaska Zeit wieder eine Stunde. Auf der amerikanischen Seite ist die Strasse wieder asphaltiert.

"Der Little Gold Creek ist ein gemeinsamer Grenzübergang, beziehungsweise die gemeinsame Grenzkontrollstation der USA und Kanada. Während der Grenzübergang in den USA "Poker Creek" genannt wird, heisst er auf der kanadischen Seite "Little Gold Creek".
Den Top of the World Highway existiert schon seit dem Jahr 1955, dennoch führten die USA ihre Grenzkontrollen im 120 Kilometer entfernten Tok, Alaska durch. Erst im Jahr 1971 wurde im Blockhaus-Stil die Inspektionsstation direkt an der Grenze erbaut und im Jahr 2001 von beiden Seiten - USA und Kanada - gemeinsam besetzt."
An einer Kreuzung endet der Top of the World Highway. Hier biegen wir rechts ab und fahren nun auf dem Taylor Highway (Hwy 5) Richtung Chicken und Tok.

Nach einiger Zeit erblicken wir links die angekündigte Tankstelle vor dem kleinen Ort Chicken. Also Blinker raus und abbiegen. Die Zapfsäulen sind in einiger Distanz des Gebäudes. Ein junger Mann sieht uns anfahren, kommt raus und bedient die Tankstelle. Auf einem Zettel notiert er jedem die getankten Gallonen, resp. der zu entrichtete Preis, den wir im Shop bezahlen. Dabei geben wir unsere Bestellungen für einen kleinen Snack - für mich gibt es einen Hot Dog - und die in der Selbstbedienung geholten Getränke. Der gekaufte Iced Coffee ist hier wirklich ein stark gekühltes Kaltgetränk; mmh, ich kaufe nach.
Hier beim Goldpanner (Goldwäscher) könnte man das Glück beim Goldwaschen im Chicken Creek versuchen.
"Der Ort erhielt seinen Namen, als vor vielen Jahren die Goldgräber ihre kleine Ansiedlung 'Ptarmigan' (Schneehuhn) nennen wollten. Da dieses Wort jedoch niemand aussprechen konnte, einigte man sich auf das einfachere Wort Chicken, denn Hühnchen wir die Leibspeise eines der Siedler."

Nacheinander treffen alle anderen von unserer Gruppe ein, tanken und verpflegen sich auch.

Chicken Creek Bridge: Fussgängerbrücke über den Chicken Creek.

Hier überqueren wir auf dem Taylor Highway den ... Wenn-ich-das-jetzt-noch-wüssste-Fluss.



Wir erreichen Tok, wo wir schon mal waren. Noch 0,2 Meilen auf dem Parkplatz herumkurven und ich hätte 1'500 Meilen (2'414 Km) erreicht.

Nach der Yukon-Schleife über Haines Junction, Whitehorse und Dawson City, kehren wir nach Tok zurück. Diesmal bekomme ich nicht die Bärenhöhle zugeteilt, sondern eine Fischerhütte; jedoch habe ich weder den Fischer noch den "Fang seines Lebens" angetroffen.


Ich stelle meine Schuhe über Nacht vor die Türe, vielleicht gibts ja einen Schuhreinigungsservice ...

Bis jetzt habe ich solche Schwersttransporter nur während der Fahrt gesehen, keine Chance für ein Foto. Nun aber steht auf dem grossen Parkplatz bei unseren Unterkünften dieser grosse KW-Truck, ein Kenworth T880, der Firma Black Gold Transport.

Die Firma führt Transporte aller Arten aus:

Bulk Transport (Schüttguttransport), General Freight (allgemeine Fracht), Heavy-Haul (Schwertransport), Hot Shot (Eilige Lieferungen) sowie Oil and Gas (Öl und Gas).

Einmal im Leben am Steuer eines solchen Kennworth T880 Monstertruck sitzen ...
"Der Kenworth T880 ist ein vielseitiger LKW der Klasse 8, der für harte Arbeiten wie Tanker- oder Müllfahrzeuge konzipiert ist. Er verfügt über einen leichten, sparsamen PACCAR MX-13-Motor und kann je nach Anwendung mit einer kurzen oder langen Motorhaube ausgestattet werden. Zu den Merkmalen gehören eine robuste Kabine, ein digitales Display und eine Vielzahl von aerodynamischen und auf die jeweilige Aufgabe zugeschnittenen Optionen."

Nicht nur die Lastwagen sind riesig, auch die bestellten Pizzas in Fast Eddy's Restaurant sind riesengross. Es gibt drei verschiedene Grössen, 12" Small, Eight Slices, 15" Medium, Twelve slices sowie 17" Large, Sixteen slices; aber wer sagt uns, welche die richtige Grösse für unseren Hunger ist? Dank Doggy Bag gibt es für einige morgen zum Frühstück wieder Pizza; ich gebe meinen Rest auch mit.
Was für ein Tag! Herrlichstes Wetter für einen gemütlichen Sonntagsausflug.

Sonne pur und blauester Himmel. Nicht nur im WetterApp, sondern auch draussen. Das Biker Herz schlägt Purzelbäume.

Da ich gestern meine Pizzaresten den Kollegen gegeben habe, mache ich mich auf den Weg zu Eddy's. Dabei treffe ich auf ein paar spezielle Fahrzeuge.







Es gibt kein Biker Breakfast, so bestelle ich das Miners Breakfast. Die Bedienung mit dem obligaten Kaffeekrug in den Händen - Coffee? - um schon vor der Essensbestellung einzuschenken, stoppe ich mit meiner Teebestellung.

Gestärkt gehts zurück zur Fischerhütte. Schon vor 08:45 Uhr ist mein Gepäck und ich bereit. Ich fahre noch rasch zur Tankstelle auf der anderen Strassenseite um aufzutanken.


Auch nach den bisherigen Tagen staune ich immer noch über die Ungetüme an Wohnmobilen.

Rein verwöhnt uns, fährt er doch mit dem Pick-up von Hütte zu Hütte um unser Gepäck einzusammeln.

Ready for take-off. Wir fahren wieder in der "2 x 3 plus 1 Formation". Wir fahren auf dem Glenn Highway Richtung Valdez. Beim Tok River, einem Nebenfluss des Tanana River, machen wir einen ersten Fotohalt.




Wir fahren durch eine schöne Landschaft; Wälder, Flüsse, Seen, Berge.



So macht Töff fahren mega Spass.


"Mount Sanford, ein Schildvulkan in den Wrangell Mountains. Mit 4949 MüM ist er der zweithöchste Gipfel der Bergkette und der dritthöchste Vulkan in den Vereinigten Staaten."
Irgendeinmal sehe ich im Rückspiegel, das ich Jochen nicht mehr sehe. Ich lasse mich zurückfallen und halte am Strassenrand an. Lars reagiert, wird langsamer und hält auch an. Jochen kommt und erzählt, dass ein Geräusch am Vorderrad ihn anhalten liess. Ein Speiche hat sich gelöst und schlug an die Felgen. Nachdem er das defekte Teil entfernt hat, fährt er weiter. Bei einem Rest Area halten wir an und kurze Zeit trifft später trifft auch Rein mit seinem Pick-up ein. Mit einem entsprechenden Teil aus der Werkzeugkiste werden alle Speichen kontrolliert und falls nötig - einige Speichen sind locker - festgeschraubt. Rein habe so was in seiner 33 jährigen Motorrad-Tourguide-Zeit noch nie erlebt. Telefonisch informiert er den Vermieter.

Die andere Gruppe fährt auch vor. Anstelle nur Zuschauen, mache ich ein paar Fotos.

Gunther fährt zuhause ein Motorrad der Bayerischen Motoren Werke, eine BMW GS 1200.

Helmut - man ahnt es - fährt eine Ducati, eine Multistrada V4S Pikes Peak.

Bei Ingo zu Hause steht eine BMW 1250 R nineT im Stall.

Wir erreichen Glennallen, wo es die einzige Tankstelle auf der heutigen Strecke gibt. Entsprechend gross ist der Andrang beim Tanken. Nach und nach treffen alle ein.


Wo ist das Herrchen?

Wegen einer Baustelle wird die Kür - "11 Meilen südlich von Glennallen könnt ihr eine kleine Schleife via Copper Center fahren" - zur Pflicht, weil die Umleitung zum grossen Teil auf dieser Schleife geführt wird.
"Um das Jahr 1896 wurde ein Handelsposten errichtet. Das Dorf war ursprünglich eine Bergbausiedlung mit ungefähr 300 Prospektoren die dort 1898–1899 überwinterten. Um das Jahr 1901 errichtete das U.S. Army Signal Corps eine Telegraphenstation. Copper Center liegt am Fairbanks-Valdez Trail und wurde ein wichtiger Versorgungsstützpunkt in der Nelchina-Susitna-Region"

Im kleinen Weiler erinnert Altes an längst vergangene, prosperierende Zeiten. Menschen treffen wir nur in den drei kleinen Museen an, wobei eines geschlossen ist; es waren zwei Frauen.




"Es ist immer schön, wenn's schön ist!"

Bei der fantastischen Weiterfahrt durch die Chugan Mountains kommt bei mir echtes Motorrad-Feeling auf,
steigt doch die Strasse - in Kurven! - an; wir fahren zum Thompson Pass hoch.
"Die Chugach Mountains im Süden Alaskas sind die nördlichsten der verschiedenen Gebirgsketten, die die Pacific Coast Ranges am westlichen Rand Nordamerikas bilden. Das Gebirge ist etwa 402 km lang und 97 km breit und erstreckt sich von den Knik- und Turnagain-Armen des Cook Inlet im Westen bis zum Bering-Gletscher, dem Tana-Gletscher und dem Tana-Fluss im Osten. Es wird im Norden von den Flüssen Matanuska, Copper und Chitina begrenzt. Der höchste Punkt der Chugach Mountains ist der Mount Marcus Baker mit 3'991 MüM, aber mit einer durchschnittlichen Höhe von 1'221 MüM sind die meisten seiner Gipfel nicht besonders hoch. Trotzdem sorgt seine Lage am Golf von Alaska dafür, dass im Chugach mehr Schnee fällt als irgendwo sonst auf der Welt, ein Jahresdurchschnitt von über 1500 cm (800 in)."
"Der Thompson Pass ist ein 855 m hoher Gebirgspass in den Chugach Mountains nordöstlich von Valdez. Die Alaska Route 4 führt über den Pass und verbindet Valdez mit Tonsina.
Mit einer durchschnittlichen Schneefallmenge von 1400 cm ist es der Ort mit den meisten Schneefällen in Alaska. Im Winter 1952–1953 wurde mit einer Schneefallmenge von 2475 cm die höchste Schneefallmenge gemessen, die je in Alaska innerhalb eines Winters aufgezeichnet wurde. Die 157,5 cm Schnee, die am 29. Dezember 1955 fielen, waren die ergiebigsten Schneefälle in Alaska an einem einzigen Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen dort."

Vor der Passhöhe Blick auf den kleinen Worthington-Gletscher. Später biegen wir rechts ab und fahren zum Parkplatz Worthington Glacier State Recreational Site, der nahe beim Gletscher liegt ("... einer der für Besucher am leichtesten zugänglichen Gletscher Alaskas."). Von dort aus gehen wir ein paar Hundert Meter auf dem Wanderweg Richtung Gletscher.


Es ist offensichtlich, dass der Gletscher zurückgeht.
"Die Entwicklung seit den 1980er Jahren zeigt einen Rückzug um mehrere Kilometer und eine Abnahme der Dicke um bis zu 500 Meter. Ein Bericht der Universität von Washington bestätigte die anhaltende Eisschmelze und das Schwinden des Worthington-Gletschers, was durch die steigenden Temperaturen und die Auswirkungen des Klimawandels verursacht wird."
Hier ein älteres Foto.


Nach der Passhöhe führt uns der Richardson Highway durch Schluchten und später in langezogenen Kurven runter Richtung Valdez, direkt am Prince William Sound gelegen.



Um 17 Uhr kippe ich vor dem Best Western Valdez Harbor In meine BMW auf den Seitenständer. Wir checken ein; hier bleiben wir für zwei Nächte.

Später treffen wir uns alle in der Valdez Brewing zum Abendessen. Gemütlich zwar, aber nicht meine bevorzugte Art der Ernährung- und Getränke-Versorgung: Zuerst stehe ich beim Imbisswagen an, gebe es aber auf, weil sich die Kolonne vor mir nicht bewegt; offensichtlich sind sie bei der Essenszubereitung total überfordert. Also hole ich mir zuerst drinnen ein Bier ...

... aber auch hier eine lange Schlange. Es gibt eine grosse Auswahl an Bieren, vom Fass und in der Dose.

Der geduldige Barkeeper beantwortet jede Frage der Bestellenden, egal wie viele Durstige anstehen. Sie bieten auch Beer flights an. Diese werden dazu noch schön beschriftet - time consuming - damit der Konsumierende weiss, was er trinkt.

"Ein Bierflight ist eine Methode, verschiedene Biere in relativ kleinen Mengen zur Verkostung zu servieren. Ein
typischer Flight besteht aus drei oder mehr Drittel-Pint-Gläsern verschiedener Biere, die auf einem speziellen Rahmen oder Tablett präsentiert werden können."
Als ich an der Reihe bin, bestelle ich nebst einem Bier auch eine Pretzel Bavarian style. Das Bier wird mir gezapft; das Brezel könne ich draussen beim Food Truck kaufen ...

Später, als der Ansturm merklich kleiner geworden ist, mache ich nochmals einen Versuch; bestelle aber keine Brezel.

"Valdez ist eine Stadt in der Chugach Census Area am Prince William Sound im US-Bundesstaat Alaska. Das U.S. Census Bureau hat bei der Volkszählung 2020 eine Einwohnerzahl von 3'985 ermittelt.
Der spanische Seefahrer und Entdecker Salvador Fidalgo benannte den Ort 1790 nach dem spanischen Marineminister Antonio Valdés y Fernández Bazán. Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Valdez ein Hafen für die nach Alaska drängenden und den Valdez Trail nutzenden Goldsucher ausgebaut.
Im Jahre 1964 wurde Valdez durch das Karfreitagsbeben und eine unmittelbar darauf folgende Flutwelle fast vollständig zerstört. Nach der Katastrophe wurde die Stadt rasch wieder aufgebaut. Bedeutung hat die Stadt als wichtigster eisfreier Hafen Alaskas und Endpunkt der den Bundesstaat südwärts querenden Trans-Alaska-Pipeline. Traurige Berühmtheit erlangte der Ort als Namensgeber des Öltankers Exxon Valdez, der 1989 in der Nähe havarierte und eine Ölpest verursachte, bei der rund 42'000 Kubikmeter Rohöl ins Meer flossen. Allerdings erreichte davon kein Öl das Stadtgebiet."
Da Hotel liegt beim Hafen, deshalb der Zusatz Harbor im Namen. Nach dem Frühstück mache ich mich auf den Weg zum Visitor Center.

Wegen der sehr schönen Landschaft, die Valdez umgibt, wird die Stadt auch als Schweiz Alaskas benannt.


Im Besucherzentrum informiere ich mich über das, was ich zu besichtigen gedenke. Auf einem Stadtplan wird das Gewünschte markiert.

Als erstes besuche ich das Valdez Museum.


"Das Valdez Museum am Egan Drive befindet sich im Herzen der Innenstadt von Valdez. Es zeigt die reiche Geschichte von Valdez, dem Copper River Basin und dem Prince William Sound in Alaska durch Exponate über die Vergangenheit unserer Gemeinde, die die Geschichten der frühen Erkundungen, der Kultur der Ureinwohner, des Goldrausches, der Gründung von Valdez, des Richardson Highway, der Geschichte der Trans Alaska Pipeline, der Ölpest der Exxon Valdez und der Geschichte der Alaska Bush Pilots erzählen."



Valdez erlebte in seiner Geschichte zwei Katastrophen, das eine war das Karfreitags-Erdbeben am 27. März 1964.
"Am Karfreitag, dem 27. März 1964, erschütterte das grösste Erdbeben, das Nordamerika je erschüttert hat, Alaska. Es war das zweitstärkste Erdbeben, das jemals aufgezeichnet wurde, nach Chile im Jahr 1960, wo es ein Beben der Stärke 9,5 Momente (Mw) gab. Das Epizentrum dieses gewaltigen Bebens lag nur 45 Meilen westlich von Valdez und 14 Meilen unter der Erdkruste. Erste Erschütterungen, die mehr als fünf Minuten dauerten, betrafen fast alle Küstengemeinden. Die Stärke dieses Bebens betrug 8,4 - 8,6 auf der Richterskala und wurde mit einer Magnitude von 9,2 Moment (Mw) angegeben. Die gewaltigen Druckwellen rissen Strassen auseinander, beschädigten Häuser und zerstörten Gebäude in der Stadt. Zwei Docks in der Stadt wurden komplett zerstört. Es wurde ein Schaden von 15 Millionen Dollar gemeldet. Das Erdbeben löste einen riesigen Unterwasserrutsch aus, der Millionen von Kubikmetern Erde in die Bucht von Valdez rutschen liess. Grosse Wellen verursachten zusätzlichen Schaden. 31 Walddezeaner (hauptsächlich Kinder) verloren während des Erdbebens ihr Leben."

Die Fourth Avenue in Anchorage.
"Aufgrund des instabilen Zustands der Stadt waren viele Einwohner gezwungen, für einen Zeitraum von einigen Wochen in Raststätten zu leben. Hilfe aus Fairbanks traf fast sofort ein. Diese Hilfe kam in Form von Lebensmitteln, Kleidung und Unterhaltung. Nach und nach durften die Menschen, deren Häuser nicht beschädigt worden waren, auf ihr Eigentum zurückkehren. Der Boden unter Valdez wurde als instabil eingestuft und es wurde beschlossen, den Standort von Valdez an einen neuen Ort zu verlegen. Das Army Corps of Engineers wählte nach vielen Recherchen das Delta des Mineral Creek. Der Boden war stabiler – der Untergrund bestand aus dichtem, mittelgroßem Kopfsteinpflasterschotter in einer Tiefe von etwa 100 Fuss.
Es dauerte zwei bis vier Jahre, bis das neue Valdez ein Zuhause für die Bewohner von Valdez wurde. Etwa 62 Gebäude wurden aus dem alten Valdez in die neue Stadt versetzt. Hausbesitzer zahlten eine Gebühr von 400 Dollar für die Grundstücke, weil das Corps of Engineers zusammen mit Mitteln der Stadterneuerung öffentliche Einrichtungen ersetzte.
Seit diesem tragischen Tag im Jahr 1964 ist Valdez gewachsen und aufgeblüht. Für seine Bemühungen, das neue Valdez in erstaunlich kurzer Zeit wieder aufzubauen, wurde Valdez 1965 zur All America City gewählt. Valdez wurde 1982 erneut zur All America City ernannt, für sein diversifiziertes Wirtschaftswachstum, das sich heute stabilisiert hat und die Ölindustrie, die Fischerei und den Tourismus umfasst."
Die zweite Katastrophe, eine extrem schlimme Umweltkatastrophe, ereignet sich am 24. März 1989, als der Öltanker Exxon Valdez auf Grund lief.

"Eine der grössten Umweltkatastrophen der Seefahrt: Das unter der Flagge der Vereinigten Staaten fahrende Schiff Exxon Valdez war am 24. März 1989 in der Hafenstadt Valdez in Alaska gestartet, mit Kurs nach Süden. Der Tanker war über 300 Meter lang und ohne Ladung 30'000 Tonnen schwer. Die Exxon Valdez war zuvor an der Ölverladestation der Trans-Alaska-Pipeline mit 163'000 Tonnen Rohöl beladen worden. Kurz nach Mitternacht lief sie im Prince-William-Sund am Rande des Golfs von Alaska auf Grund. Der Tanker blieb etwa 45 Kilometer vom Hafen Valdez entfernt an einem Riff hängen und wurde beschädigt. Nach einer Reparatur wurde der Tanker zunächst unter dem Namen Exxon Mediterranean wieder in Betrieb genommen, bevor es 2007 zum Erzfrachter umgebaut und 2012 verschrottet wurde."

Die Aufarbeitung der immensen Umweltverschmutzung war arbeits- und kostenintensiv: Rund 40'000 Tonnen Rohöl liefen aus, verseuchten über 2'000 Kilometer Küstenlinie und führten zum Tod von Hunderttausenden von Seevögeln, Tausenden Seeottern und anderen Meerestieren.


Mit meinem Eintrittsbillett kann ich auch das Old Town Museum besuchen; ich mache mich auf den Weg dorthin.



"Das Old Town Exhibit Museum befindet sich in der Nähe des Fähranlegers am Rande der Innenstadt und zeigt die Remembering Old Valdez Exhibit, ein Modell der Altstadt von Valdez im Maßstab 1:20, wie sie kurz vor dem massiven Erdbeben von 1964 aussah. Das Modell ist sehr präzise und enthält Details bis hin zu Blumenkästen und Fahrrädern. Begleitet wird das Modell von Exponaten über das Erdbeben, die aktuelle seismische Aktivität in unserer Region, Tsunami-Interactive und Alltagsgeräte aus den 50er und 60er Jahren."

Auch hier dominiert das Thema Katastrophen, aber auch einige Exponaten aus vergangenen Zeiten sind ausgestellt.


Die mechanischen Waagen von Toledo sind heute Teil der US-amerikanischen Unternehmensgruppe METTLER
TOLEDO mit operativer Hauptzentrale in Greifensee.
"METTLER TOLEDO ist der weltgrösste Hersteller von Wägesystemen, die einen Wägebereich von 0,1 Mikrogramm bis 1000 Tonnen abdecken. Das Unternehmen ist in Delaware in den USA eingetragen, hat seinen Hauptsitz allerdings in Greifensee in der Schweiz. Während die Börsenaktivitäten von den USA aus geleitet werden, agiert die Geschäftsführung von der Schweiz aus. Dies kommt durch die 1991 erfolgte Fusion von Mettler und Toledo zustande."
Am Kelsey Dock im Hafen liegt ein Schiff der Viking Cruises.

Einem schmalen Pfad folgend, steige ich einen Hügel hinauf; tolle Aussicht.


Auf der gegenüberliegenden Seite der Meeresbucht liegt das Ende der Trans-Alaska-Pipeline. Hier wird das durch die 1287 lange Erdölleitung geflossene schwarze Gold in Tanks zwischengelagert und auf Tanker gepumpt. Danach wird das Rohöl zu US-Raffinerien transportiert.



Zurück beim Hotel, ziehe ich meine Motorradjacke, den Helm und die Handschuhe an, um zu einer Tankstelle zu fahren. Ich will bereits sein für die morgige Fahrt. Nach einer fliegenden Verpflegung beim Safeway, kehre ich mit vollem Magen und Tank zum Hotel zurück.

Um 13:45 Uhr sollen wir für den 6-stündigen Ausflug (14:30 Uhr - 20:30 Uhr) zum Columbia-Gletscher bereit sein.



Zeit zum Einsteigen; danach legt die Glacier Spirit ab und wir fahren in ...

... den Prince William Sound.

"Der Prince William Sound ist ein Meeresarm im Golf von Alaska mit knapp 5000 km Küstenlinie, östlich der Kenai-Halbinsel. Im Osten, Norden und Westen wird sie umrahmt von den Chugach Mountains. Zwischen Bucht und offenem Meer erstreckt sich auf 80 km Länge die Insel Montague Island.
Der grösste Hafen im Sund (Meeresenge, auch Meeresstrasse oder Kanal) ist Valdez, der südliche Endpunkt der Trans-Alaska-Pipeline. Weitere Orte am Sund sind Cordova im Osten und Whittier im Westen. Die bis zu 80 m hohe Eisfront des Columbia-Gletschers, dem grössten angrenzenden Eisfeld, mündet auf einer Länge von 10 km im Norden in die Bucht.
George Vancouver gab dem Sund 1778 nach Prince William Henry, dem Herzog von Clarence, dem späteren König Wilhelm IV., seinen Namen."



Sichtung der ersten Tiere: Seeotter, auf dem Rücken liegend und offensichtlich das Dasein geniessend.
"Seeotter, auch 'alter Mann des Meeres' genannt, sind die grössten Vertreter der Wieselfamilie in Nordamerika. Die Männchen sind bis zu 50 Kg schwer. Wenn sie gerade nicht am Fressen sind, um täglich 25 % ihrer Körpergewichtes an Nahrung aufzunehmen, schaukeln sie auf dem Rücken und putzen sich verspielt im Wasser."

Die Öl-Verladestation.

Ob der Kapitän links der kleinen Insel vorbeisteuert?






"Look to the right" ertönt es plötzlich, Orcas!

"Schwertwal; er gehört zur Familie der Delfine. Mit 10 Metern Länge und 4-6 Tonnen Gewicht ist er ihr grösster Vertreter. Orcas, auch 'Killer Wale' genannt, ernähren sich von Fisch und anderen Meeressäugern. Sie erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 50 Km/h. Ihre Sozialkultur ist hoch entwickelt, hauptsächlich trifft man sie in grösseren Familienverbänden an."



Die nächsten Tiere hören wir, bevor wir sie sehen, laute Steller Seelöwen auf dem felsigen Ufer.


"Die Männchen der Steller Seelöwen wiegen im Durchschnitt 600 Kg, die Weibchen dagegen nur bis zu 300 Kg. Nachts gehen sie auf Nahrungssuche, tagsüber ruhen sie sich auf sonnigen Felsplätzen aus. Überwiegend 'Junggesellen' machen sich durch lautes Gebrüll aufmerksam."
Für 1 Dollar lerne ich Swiss Miss kennen.



Wir nähern uns dem Columbia Gletscher. Jemand hat wohl die Kühlschranktüre offen gelassen, denn es wird merkbar kühler.


Carina, Sozia (Beifahrerin), Fotografin und Drohnenpilotin, ist warm eingemummelt. Stefan ist Besitzer einer Honda Gold Wing 1800 DCT und einer BMW R 1200 R. Wie Stefan mir verrät, fährt Carina nur auf der Gold Wing mit.

Stefan, Rein und Lars im Fokus der Linse.





Der Kapitän fährt bis rund 3 Meilen an den Columbia Gletscher heran, denn das meiste Eis ist unsichtbar unter Wasser.
"Der Columbia Gletscher in Alaska liegt 60 km nordwestlich von Valdez und bedeckt bei einer Länge von 48 km ein Gebiet von 1150 km². Er fliesst von den Chugach Mountains an der Südküste Alaskas in die Columbia Bay im Prinz-William-Sund. Sein Nährgebiet liegt an den Hängen von Mount Einstein und Mount Witherspoon auf einer Höhe von etwa 2700 m. Auf zehn Kilometer Breite schiebt sich die Gletscherzunge ins Meer. Die Sohle liegt 700 m unter Wasser, die Höhe der Eiswand über dem Meeresspiegel beträgt zwischen 50 und 80 m.
Der Columbia Gletscher ist mit zwei Meter pro Tag einer der am schnellsten fliessenden Gletscher Nordamerikas. Seit 1980 zieht sich der Gletscher stark zurück, bis 2014 bereits um über 20 km, zugleich nahm seine Dicke um bis zu 500 m ab. Infolgedessen büsste er in den letzten 25 Jahren rund die Hälfte seines Volumens ein. 2011 führte der Schwund des Gletschers dazu, dass er sich in zwei Gletscher aufspaltete, deren Zungen im Jahr 2014 bereits 6 km voneinander entfernt lagen.
Der Rückzug wurde von James Balog im Rahmen seiner „extreme Ice survey“ mittels Zeitraffer festgehalten.
Anhand der unterschiedlichen Magnetisierung von Gestein, das der Gletscher nur ab einer bestimmten Ausdehnung abschleift und ins Meer transportiert, wo es sich über Jahrhunderte in Meeressedimenten ablagert, konnten Forscher zeigen, dass sich der Gletscher seit mindestens 900 Jahren nicht mehr so weit zurückgezogen hat wie seit Beginn der 2000er Jahre.
Das kalte, nährstoffreiche Wasser sorgt im umliegenden Meer für eine hohe Planktondichte und somit für eine grosse Fischpopulation, infolge derer sich auch viele Beutegreifer wie z. B. Weisskopfseeadler, Möwen und Seehunde in der Nähe des Gletschers aufhalten. Benannt wurde der Gletscher von der Harriman-Alaska-Expedition im Jahr 1899 nach der Columbia University in New York."
Der Kapitän wendet das Schiff und fährt Kurs Hafen Valdez.

Wir "sehen" eine Bergziege.

"Bergziegen sind widerstandsfähig und fühlen sich an extrem steilen Hängen mit einer Neigung von 50-60 Grad zu Hause (eine normale Treppe hat 30 Grad). Zweigeteilte Hufe und kräftige Beine dienen der sicheren Fortbewegung an den Gebirgshängen und schützen somit vor natürlichen Feinden."




Auf dem Schiff haben wir einen Teller mit Huhn, Reis und Gemüse erhalten. Ich schliesse mich den noch Hungernden nicht an, sonder gehe direkt ich mein Zimmer.
Auf dem Weg zum Frühstücksraum entdecke ich eine Bergziege, viel näher als gestern vom Schiff aus weit oben in einem Hang ...

... und als Zugabe noch einen Bären.
Heute werden wir zuerst auf dem Highway 4, der gleichen Strecke über den Thompson Pass, zurück nach Glenallen fahren, dort tanken und dann auf den Glenn Highway (Hwy 1) abbiegen. Am Abend werden wir dann auf der anderen Seite der Chugach Mountains sein als jetzt hier am Morgen.
"Die Chugach Mountains sind ein ca. 500 km langer, in Ost-West-Richtung verlaufender Gebirgszug im südlichen Alaska am Golf von Alaska. Sie bilden den nördlichsten Teil der nordamerikanischen Küstengebirge und entstanden entlang einer Subduktionszone. Der höchste Berg ist der Mount Marcus Baker mit 4016 MüM."

Wie ich freudig feststellen kann, haben Heinzelmännchen über Nacht die Kette an meiner BMW eingesprayt. Dankeschön Rein und Lars.

Der meistens strahlende Rein, unser erfahrener Guide aus den Niederlanden. Er fährt nicht nur den Pick-up, sondern schaut beinahe rund um die Uhr zu seinen Schäfchen und füttert uns mit Informationen über Strecke, Tanken, Kultur, Sightseeing und Verkehrsregeln. Bis 2023 fuhr er eine BMW K 1100 LT und bis 2024 eine BMW R 90 S. Heute ist Rein sportlich per Veloziped (Drahtesel, Fahrrad, Stahlross, Velo) unterwegs. Die Niederlande gelten schliesslich als das ultimative Fahrradland.


Wieder ein gut bestückter Kenworth Truck der mein Herz schneller schlagen lässt. Á propos Kenworth ...

... Kenworth’s SuperTruck 2: A Highly Efficient Concept Vehicle.
"Der Kenworth SuperTruck 2 ist noch nicht auf der Strasse, da es sich um ein Konzept-Fahrzeug handelt, das im Rahmen eines Forschungsprojekts entwickelt wurde. Er wurde entwickelt, um neue Technologien zur Steigerung der Kraftstoffeffizienz zu erforschen und zu demonstrieren, die in zukünftigen LKW-Modellen Anwendung finden könnten, aber er ist nicht für den kommerziellen Einsatz gedacht."

Beim Wrangell Mountains Viewpoint halten wir an. Der schmale Parkplatz ohne Infrastruktur ist sehr gut besetzt. Die geparkten Fahrzeuge und unsere abgestellten Motorräder kommen sich in die Quere. "Pipi machen" geht nur mit mutigem "den Abhang hinunter steigen".


Wir erreichen Glennallen wo wir auftanken; Lars überwacht das Tun von Ingo.

Um Zeit zu sparen machen wir es manchmal in unserer Gruppe JUL so, dass einer seine Kreditkarte zückt, tankt und danach die Zapfpistole dem anderen übergibt, der seine BMW daneben bereitgestellt hat und danach dem Dritten übergibt. Abgerechnet - je ein Drittel - wird später in Cash oder in Bier.

"Der London Aire Newmar SL605 ist ein Luxus-Wohnmobil von Newmar, ein Einstiegsmodell der London Aire-Serie mit 605 PS, das für hohen Komfort und eine beeindruckende Anhängelast von 9'000 kg bekannt ist."

Von der Webseite Newmar: "The 2026 London Aire sets a new standard in luxury RV travel, combining exquisite design with state-of-the-art technology."
Und was bekommt man für "Starting at 951'492 $"?




Okay es reicht, fertig geträumt, wir fahren weiter.

Jochen, der Optiker, fährt in der Heimat eine BMW R 1250.

Lars-San arbeitet bei einer japanischen Firma und besitzt eine BMW R 1200 GS.

Einer der Gletscher der Chugach Mountains.




"Der Matanuska-Gletscher (von russisch: Матануска) ist ein 39 km langer Gletscher im südlichen Alaska an der Nordflanke der Chugach Mountains, nördlich des Mount Marcus Baker, der mit 4016 m der höchste Berg des Gebirges."
Bei der nächsten Pause gibt es einiges zu entdecken ...

... Soll ich die Fahrerin fragen, die Fahrzeuge zu tauschen?

... Als ich meinen beiden Begleitern erkläre, dass das Schweizer Fräulein, die Swiss Miss, kein Schweizer Produkt sei, meint eine zuhörende Kundin im Laden - sie hat sicherich nur Swiss Miss verstanden - dass sie im College Swiss Miss genannt worden sein. Wieso frage ich? Weil sie jodeln konnte, was sie von ihrem Vater gelernt habe.
"Swiss Miss ist ein amerikanischer Markenname für Kakaopulver und Puddingprodukte, der von Charles Sanna kreiert und vom amerikanischen Lebensmittelunternehmen Conagra Brands vertrieben wird."

... Car Wash ist ja verständlich, aber Dog Wash?


Nein, nein, wir sind nicht über diese Brücke gefahren, sondern über die Neue. Beim anschliessenden Anhalten um zu fotografieren, haben wir ein Paar aus Graubünden mit ihrem - jö, so munzig klein wirkenden - Camper getroffen. Sie sind rund ein halbes Jahr unterwegs, haben den Camper von Hamburg nach Halifax verschifft.

Nach der Old Knik River Bridge über den Matanuska River biegen wir links auf die Knik River Road ab. Die Strasse endet bei der Alaska Glacier Lodge, wo wir in hübschen Cabins übernachten.

Gruppe JUL kommt als erste an. Wir melden uns bei der Rezeption an und erhalten die Zugangscodes zu den Holzhütten.




Rein ist mit dem Gepäck noch nicht angekommen, so lädt Lars uns zu einem nicht mehr ganz so kühlen Stiefelbier vor seiner Hütte ein. Ein Stiefelbier ist das Bier, das bei der Ankunft am Zielort getrunken wird, zwar nicht aus dem Stiefel, aber so lange man noch die staubigen Motorradstiefel an hat.

Beim Bier trinken schauen wir dem lebhaften Betrieb auf der Helikopter-Basis zu. Von hier aus werden Rundflüge zu den Gletschern angeboten.


Wir sind hier recht abgelegen, die einzige Möglichkeit zum Essen ist das hauseigene Raven's Perch Bar & Gril. Das Essensangebot ist überschaubar ...

Wir haben nichts bemerkt; in Alaska ging es zudem glimpflich aus.
Heute biegen wir auf die Zielgerade ein, mit Ziellinie Alaska Motorcylce Adventures, 7808 Hartzell Road in Anchorage; Motorräder-Abgabe.

Gestern Abend habe ich noch die Heizung eingestellt. Zum Glück hatte ich WiFi Empfang, sonst wäre es schwierig, die gewünschte Temperatur in Fahrenheit einzustellen.

Blick aus dem Fenster: es ist trocken, noch.

Die Motorräder müssen wir nicht gewaschen abgeben, Reni den Pick-up jedoch schon.

Impressionen auf dem Weg zum Frühstück.




Beim Frühstücken - oder war es gestern beim Abendessen? - verteilt Reni die Routenbeschreibungen für heute. Diesmal sind es deren drei: Die Variante 13 ist mit Schleife Hatcher Pass, die 13A mit City-Schleife Anchorage und 13B ist der direkte Weg zum Ziel.

Alle wollen auf den Hatcher Pass. Mein Gruppe beschliesst, zuerst auf den Hatcher Pass hochfahren und danach die City-Schlaufe anhängen, also 13 + 13A, bevor wir die BMW's abgeben.
Kurz vor der Hatcher Pass Lodge biegen wir links ab auf die Naturstrasse, die realtiv stark ansteigt. Es sieht immer mehr nach Regen aus.



"Der Hatcher Pass ist ein Gebirgspass mit einer Höhe von 1148 m im Südwesten der Talkeetna Mountains im US-Bundesstaat Alaska. Die nächstgelegenen Ortschaften sind Palmer 19 km südlich und Willow 42 km westlich. Die Strasse über den Pass, die Hatcher Pass Road, ist von September bis Juli witterungsbedingt gesperrt. Erste menschliche Aktivitäten in der Gegend und auch der Bau der Strasse über den Pass haben ihre Ursache in der Suche nach Gold. Benannt ist der Pass nach Robert Lee Hatcher, einem Prospektor, der im September 1906 den ersten Claim im Willow Creek Valley abgesteckt hatte. Heute ist die Region um den Pass ein Naherholungsgebiet für Anchorage und das Matanuska-Susitna-Tal."

Und, hat es sich gelohnt?

Nach einem kurzen Aufenthalt auf der nicht spektakulären Passhöhe beschliessen wir, zurück zu fahren, bevor der Regen die Strasse rutschig machen wird.
Ich mache noch ein paar Fotos ...

... und schon sind die beiden weg.


Unten fahren wir links zur Hatcher Pass Lodge, um dort etwas zu trinken und die Regenbekleidung überzuziehen. Die Lodge ist geschlossen, also weiterfahren bis zu den Restroom Häuschen.



Jochen ist es langweilig, also drücke ich ihm mein Handy in die Hände um mein mühsames Ankleiden festzuhalten.

Es gibt angenehmeres als die Regenhosen überzuziehen; sperrige Stiefel sei dank - danke Stein für die Stütze.

Auf der Fahrt talwärts kommen uns die anderen entgegen und es beginnt zu regnen. Mit Rein sind wir so verblieben, dass er zuerst zum Hotel fährt, dort das Gepäck deponiert, und danach zur Abgabestelle kommt. Er hat ja das Reserve-Motorrad abzugeben; danach wird er uns zum Hotel chauffieren.
Wie mehr wir uns Anchorage nähern, je stärker wird der Regen. Auf der Autobahn schüttet es - Alaska gibt alles in Sachen Regen - und so sind nun wir es, die überholt werden. PW, Pick-up, Camper, Lastwagen; von allen bekommen wir noch zusätzliches Wasser von der Seite. Aquaplaning scheint niemand zu kennen. Gedanken über Sinn und Unsinn der City-Schlaufe beginnen zu kreisen ...

... spätestens hier beim Auftanken ist klar: Wir sind uns einig, direkt zum Motorradvermieter zu fahren, wo wir gegen 13 Uhr eintreffen.

Im Trockenen der Garage bocken wir die Motorräder auf die Hauptständer, ziehen die Regenkombis aus und leeren die Seitenkoffer. Nun heisst es Abschied nehmen von meiner BMW F 750 GS ...

... mit der ich insgesamt 2161 Meilen (3478 Km) unfallfrei gefahren bin.

Ich mache ein paar Fotos von meiner BMW um allenfalls später "beweisen" zu können, dass es von mir keine Beschädigungen gab. Die hinterlegte 4000 USD Kautionsbuchung wurde jedenfalls nicht belastet; alles war, nach der Reinigung der Motorräder also in bester Ordnung.

Ein letztes Foto der coolen Gruppe JUL, die hier aber in falscher Reihenfolge steht: Ueli, Jochen & Lars.


Zurück im Cost Inn at Lake Hood, unserem ersten Hotel in Alaska, können wir noch nicht einchecken. So nehmen wir ein kleines Mittagessen ein.
Am Abend können wir wegen dem Wetter nicht draussen sitzen; uns wird eine Art Meeting Room zugeteilt. Nach dem Bestellen und Servieren der Aperitif Drinks wird es ernst. Klar haben wir für Rein Trinkgeld gesammelt und
klar wollen wir ihm diesen Obolus nicht einfach in die Hand drücken. Carina hat eine Karte gekauft und mit herzlichen Worten unseren Dank an Rein niedergeschrieben ...
"Neben der kleinen, altgriechische Münze, wird als Obolus im übertragenen Sinn ein kleiner Geldbetrag, eine Gebühr, Spende, ein Trinkgeld oder Bestechungsgeld bezeichnet. Der Ausdruck findet sich zum Beispiel in der Redewendung seinen Obolus leisten wieder, was so viel bedeutet wie einen Beitrag leisten."
... die nun von Helmut vorgetragen werden.


Rein bedankt sich und übergibt uns die Ausdrucke von seinem geschriebenen Tagebuch während unserer gemeinsam Zeit. Darin finde ich nützliche Informationen, welche ich in meinen Reisebericht habe einfliessen lassen - Hartelijk dank daarvoor, lieve Rein.
Da das Frühstück diesmal bei der Übernachtung nicht inbegriffen ist, beschliessen wir, mit Taxis in die Stadt zu fahren. Recherchen bringen einige Favoriten zutage. Eines wird bestimmt, das Midnight Sun Café, wo es auch gesundes Essen geben soll. Anschliessend steht ein Museumsbesuch auf unserem Programm. Nachdem Carina, Stefan und ich das Café endlich gefunden haben, bin ich vom Interieur eher enttäuscht, strahlt es doch statt Gemütlichkeit, Fast Food Feeling aus. Zumindest können wir Tische zusammenstellen, damit alle Platz haben.

"Angry Avo Toast refers to a variation of avocado toast with chili flakes or spicy oil for heat. To make it, toast thick slices of sourdough bread, then top with mashed or fanned avocado. For the angry kick, add chili flakes or a spicy drizzle to the avocado ... Angry Avocado Toast ist eine Variante von Avocado-Toast mit Chiliflocken oder scharfem Öl für mehr Schärfe. Dafür toasten Sie dicke Scheiben Sauerteigbrot und belegen sie mit zerdrückter oder gefächerter Avocado. Für den wütenden Kick geben Sie Chiliflocken oder einen Spritzer scharfer Avocado auf die Avocado."
Scharf tönt immer gut, so bestellt Ueli, nach mehrmaligem nachfragen zu Lee umbenannt, einen gesunden Avocado Toast ... von Speck stand eigentlich nichts und statt auf einem schönen Teller angerichtet, wird mein Frühstück in eine Styroporbox gelegt.

Anschliessend machen wir uns gemeinsam auf den Weg zum Anchorage Museum.

"Das Anchorage Museum ist ein grosses Kunst-, Geschichts-, Ethnographie-, Ökologie- und Wissenschaftsmuseum, das sich in einem modernen Gebäude im Herzen von Anchorage befindet. Es widmet sich dem Studium und der Erforschung des Landes, der Menschen, der Kunst und der Geschichte Alaskas. Das Museum zeigt Material aus seiner ständigen Sammlung sowie regelmässige Gastausstellungen. Das Museum wurde 1968 in einem 10'000 Quadratfuss (930m2) grossen Gebäude mit einer Ausstellung von 60 geliehenen Alaska-Gemälden, einer Sammlung von 2500 historischen und ethnografischen Objekten und zwei Mitarbeitern eröffnet. Seitdem ist das Museum stetig gewachsen und hat sich dreimal vergrössert, zuletzt im Jahr 2010 auf seine heutige Größe von 170'000 Quadratfuss (16'000m2) mit einer Sammlung von 25'000 Objekten und 500'000 historischen Fotografien und mehr als 50 Mitarbeitern."

Kürzlich war ich in Nuuk, Grönland, in einem Museum, weshalb mich vieles daran erinnert. Kein Wunder, Alaska und Grönland haben eine ähnliche menschliche Geschichte.
"Die Inuit-Kultur hat sich von Asien über die Beringstrasse nach Alaska und weiter nach Grönland ausgebreitet. Beide Regionen wurden von den archaischen Völkern der Paläo-Eskimos bewohnt, die eine traditionelle Jagd- und Sammelwirtschaft betrieben. Die modernen Inuit sind Nachfahren der Thule-Kultur, die um 1000 n. Chr. eine wichtige Einwanderungswelle nach Grönland darstellte und ähnliche Lebensweisen und Anpassungen an das arktische Klima wie ihre Vorfahren in Alaska entwickelte."


Nach den Rundgängen durch das Museum treffen sich Jochen, Lars und ich wieder draussen vor dem Museum, wo eine Art Family Day stattfindet.

Anschliessend spazieren wir drei ziellos durch die Umgebung, auch auf der Suche nach Interessantem. Danach halten wir ein Taxi an und lassen uns zum Hotel zurückfahren. Der Taxifahrer meinte, gestern hätte es nach langer Zeit in Anchorage wieder mal geregnet; ausgerechnet an diesem Tag sind wir angekommen.
Beim Hotel suchen wir unser Gepäck zusammen und verabschieden uns von Carina und Stefan. Die beiden bleiben noch 5 weitere Nächte hier. An der Rezeption bestellen wir den Shuttle Bus zum Flughafen, welcher sich als hübsches Fahrzeug entpuppt.

Was ich während der ganzen Tour vermisst habe, treffe ich nun hier in der Flughafenhalle an, ein bull moose, ein grosser Elchbulle.

Eine imposante Begegnung.




Mit Verspätung dockt unser Condor-Ringelsocken-Flieger - diesmal in Beige - am Dock an. Flug DE 2051 nach Frankfurt wird Verspätung haben; geplante Startzeit wäre 17:15 Uhr.

Das Ringelsocken-Design der Flugzeuge von Condor, genialer Marketingcoup oder einfach hässlich? Mir gefallen die gestreiften Flugzeuglackierungen, es zeugt von Mut, ist ein Hingucker, wirkt erfrischend fröhlich und hebt sich von anderen designten Flugzeugen ab.
"Condor hat im April 2022 ein neues, markantes Design für seine Flugzeuge eingeführt, die an Ringelsocken, Sonnenschirme oder Badetücher erinnern, als Teil des neuen Designs, das für Vielfalt und Urlaub steht."

Gegen halb ein Uhr nachmittags fliegen wir Frankfurt an. Nach der Landung heisst es Abschied nehmen; jeder geht nun seines Weges. Tschüss zäme es war cool mit euch! Während die anderen den Baggage Claim Schildern folgen, ausser Rein, er fliegt weiter nach Amsterdam, suche ich im Transit mein Gate für den Weiterflug nach Zürich.

"Der 1. August ist der schweizerische Nationalfeiertag, der Bundesfeiertag, an dem die Gründung der Eidgenossenschaft im Jahr 1291 gefeiert wird. An diesem Tag gibt es landesweit Brunch-Veranstaltungen, politische Ansprachen von Bundesräten und lokalen Persönlichkeiten, Höhenfeuer und oft auch private und öffentliche Feuerwerke, oft wird auch die Schweizer Nationalhymne gesungen. Viele Gemeinden veranstalten Feste mit Musik und Lampions, während die legendäre Rütliwiese ein wichtiger historischer Ort für die Feierlichkeiten ist."

Eigentlich wollte ich in meiner Wohngemeinde Cham, die Feierlichkeiten im Hirsgarten, dem schönsten Festgelände der Schweiz, besuchen. Der Regen und die aufkommende Müdigkeit lassen mich umentscheiden.

Eine weitere Reise geht zu Ende die mein Memory mit schönen Erinnerungen erweitert hat.
